Mit 30 Partnern aus 19 EU-Ländern ist Nature SDIplus eines der größeren Verbundprojekte der Europäischen Union. Mit seiner Hilfe sollen für den Aufbau einer europäischen Geodateninfrastruktur, wie sie die EU-Richtline INSPIRE vorsieht, die genauen Spezifikationen für zahlreiche Daten aus dem Umweltbereich erarbeitet werden. disy wird dabei sein interdisziplinäres Know-how aus Informatik und Umweltverwaltung als „Technical Partner“ und „Field-Expert“ einbringen.
Als Experte für Geodateninfrastrukturen (GDI) und Marktführer für Auskunftssysteme in der deutschen Umweltverwaltung ist die Karlsruher disy Informationssysteme GmbH neben der Fraunhofer-Gesellschaft als einziger deutscher Projektpartner in das europäische Nature-SDIplus-Projekt eingebunden. Das jetzt mit einem Kick-off der technischen Partner gestartete und bis zum Jahr 2011 laufenden Verbundprojekt mit 30 Partnern aus 19 EU-Ländern gilt als ein zentrales Vorhaben im Rahmen der EU-Initiative INSPIRE zum Aufbau einer europäischen GDI, die international als Spatial Data Infrastructure (SDI) bezeichnet wird.
Ziel des mit insgesamt 2,7 Millionen Euro von der EU geförderten Projektes ist es, die künftigen in der gesamten Union verbindlichen Spezifikationen für Daten und Metadaten aus dem Bereich des Naturschutzes mit Hilfe von bestmöglichen Beispielen aus der Praxis der Umweltverwaltung zu entwickeln – international als Best-Practice-Projekte bekannt.
Am Ende dieses Entwicklungsprozesses sollen Umweltbehörden aus allen europäischen Ländern in der Lage sein, beliebige raumbezogene Daten problemlos untereinander über ein Geoportal auszutauschen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Auch die Europäische Kommission will dadurch Umweltdaten aus den Mitgliedsländern der Union einfacher zusammen führen und schneller vergleichen können, beispielsweise im Rahmen der Berichtspflichten der EU-Länder zur Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH). Allein dafür müssen die europäischen Nationen alle fünf Jahre ihre Natur- und Landschaftsschutzgebiete sowie Biotope kartieren und bewerten.
Ein weiteres Ziel des Nature-SDIplus-Projektes ist es auch, erweiterte Nutzungsszenarien für das angestrebte Geoportal zu entwickeln und eine entsprechende Gemeinschaft von Interessenten in den einzelnen Mitgliedsländern zu etablieren. Ein leichterer und schneller Zugang zu standardisierten, raumbezogenen Umweltdaten könnte etwa grenzüberschreitende Planungsverfahren vereinfachen oder die Arbeit von Gutachtern auf eine gemeinsame Datenbasis stellen, wenn es zum Beispiel darum geht, Eingriffe in die Natur zu bewerten.
Die Auswahl der Karlsruher Firma disy für dieses Verbundprojekt belegt die mehrfache Expertise des Unternehmens in diesem Umfeld. Als IT-Dienstleister für zahlreiche Umwelt- und Naturschutzbehörden von Bund, Ländern und Kommunen in Deutschland kennt das Unternehmen die internen Prozesse und Verfahren in der Umweltverwaltung. Hinzu kommt das fachliche Know-how der disy-Experten zu Fragen der Ökologie, Biologe und Geographie, und nicht zuletzt sind die disy-Informatiker seit der Gründung des Unternehmens 1997 mit dem Aufbau von Daten- und Metadatenmodellen im Umweltbereich vertraut.
„Unsere Beteiligung an diesem zentralen Verbundprojekt ist deshalb auch die Chance, die hierzulande von uns und der deutschen Umweltverwaltung entwickelten Standards und Prozesse des Datenmanagements in der Umweltverwaltung europaweit einzubringen“, begründet in diesem Zusammenhang Dr. Wassilios Kazakos, Leiter der Geschäftsentwicklung von disy, das Engagement seines Unternehmens in dem Verbundprojekt.
Auch bei dem neuesten Projekt SEIS (Shared Environmental Information System) ist die Expertise von disy beim Aufbau von Daten- und Metadatenmodellen gefragt. SEIS verfolgt das Ziel, umweltrelevante Informationen vor dem Hintergrund zunehmender Geo-Risiken wie Überschwemmungen, Stürme oder Erdrutsche möglichst schnell bereitzustellen. Dabei lehnt sich SEIS nicht nur an die INSPIRE-Richtlinie an, sondern versucht auch neue Verfahren des Berichtswesens umzusetzen. Quasi auf Knopfdruck sollen Daten aus den Systemen aktiv angefordert und als Bericht ausgegeben werden.
- Links:
- www.nature-sdi.eu
_a


