Die Einbindung von dynamischen Daten in GISterm hat sich Andreas W. Bartels, Entwickler bei disy, zum Ziel gesetzt. Gesagt – getan, und das Ergebnis kann sich sehen lassen: eine dynamische Messstellenanalyse, für die zukünftig OGC-Standards genutzt werden sollen. Wie das funktioniert und was Sie davon haben, erfahren Sie in diesem Beitrag.
Die Einbindung des Wetterdienstes in GISterm war der Startschuss, um die Software auf die vielfältigen Möglichkeiten vorzubereiten, die das „Sensor Web“ zukünftig und teilweise auch jetzt schon bietet. Später sollen von GISterm auch die vom Open GIS Consortium (OGC) im Zusammenhang mit Sensor Web erarbeiteten Standards genutzt werden, z.B. SOS oder SAS.
Stellvertretend für ein Sensornetzwerk wurde ein Online-Wetterdienst eingebunden. Dieser liefert wie Sensoren Daten, die sich zeitlich verändern und einen Raumbezug haben.
Das Plug-in zur Anbindung des Online-Wetterdienstes in GISterm nutzt einen Mechanismus, den die Software schon seit längerem bietet. Er wird z.B. in InfoGIS verwendet.
Dieser Mechanismus ermöglicht es, Dienste mit einem Thema (Layer) zu verbinden. Der Dienst kann beim Laden des Themas dessen Geometrien und Sachdaten auswerten oder bearbeiten, und für die Implementierung der Auswertung/Bearbeitung bietet der Mechanismus eine entsprechende Schnittstelle an. Um beispielsweise Wetterdaten zu visualisieren, wird dem Thema ein neues Attribut hinzugefügt, das die Daten aufnimmt.
Für die Umsetzung waren also folgende Schritte nötig: Identifizieren eines webbasierten Wetterdienstes, Erzeugen eines GISterm-Themas und Implementierung des Plug-ins.
- Bei der Auswahl des Wetterdienstes war es wichtig, dass dieser die Daten in einem interpretierbaren Format zur Verfügung stellt. Der ausgewählte Dienst benutzt ein XML-Format für die Daten, der Zugriff erfolgt über HTTP.
- Das Thema besteht aus einer GISterm-Layerdatei, die auf einem Shapefile basiert. Das Shapefile beinhaltet die Ortsnamen, die zugehörigen IDs für den Wetterdienst und Punktgeometrien. Die Layerdatei verknüpft den Dienst mit dem Shapefile und beschreibt das Layout.
- Für die Implementierung des Plug-ins musste schließlich die Abfragelogik mit der von GISterm bereitgestellten Java-API umgesetzt werden.
Der nächste Schritt wird sein, die Schnittstelle in GISterm so zu erweitern, dass sie auch über Skripte genutzt werden kann. Auch hier wird die Skriptsprache Groovy wieder zum Einsatz kommen. Der Vorteil von Skripten liegt darin, dass man ohne Java-Kenntnisse den Funktionsumfang im Programm erweitern kann, so dass im konkreten Fall Nutzer in die Lage versetzt werden, eigenständig Web Services mit Echtzeitdaten in GISterm einbinden.
Mit der Integration solcher Web Services können weitere Szenarien mit GISterm erschlossen werden. Der Nutzer bekommt ein schnelles Bild über ein aktuelles Phänomen und kann mit einem sehr kurzen Vorlauf Vorhersagen machen. Dafür gibt es vielfältige Einsatzmöglichkeiten: nicht nur im Katastrophenmanagement, das zurzeit im Fokus der Sensor-Web-Thematik steht, sondern auch im Umweltbereich. Diese liegen hier z.B. in den Bereichen Lärmbelastung und Luftverschmutzung oder auch in der kurzfristigen Verkehrsvorhersage zur Ermittlung einer Staugefahr.
„GISterm ist es letztendlich egal, aus welcher Quelle die Daten stammen. Diese Flexibilität findet man in anderen GI-Systemen oft nicht. Umso gespannter beobachten wir die Entwicklung des Sensor Web und der sich daraus ergebenden Möglichkeiten“, erklärt Andreas W. Bartels abschließend.

Anzeige des aktuellen Wetters an Temperatur, Taupunkt, Luftfeuchtigkeit
verschiedenen Orten in etc. sind als Wetterattribute in der
Baden-Württemberg Tabelle enthalten
- Links:
- www.weather.com
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