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10. Juni 2008

Dies ist einer der Grundsätze der Paarprogrammierung. Laura Plonka gehört der Forschungsgruppe „Software Engineering“ der Freien Universität Berlin an und schreibt dort momentan ihre Dissertation über das Pair Programming. Für den praktischen Teil der Arbeit – die Analyse des Pair Programmings - besuchte sie das Entwicklerteam von disy in Karlsruhe.

Bei der Paarprogrammierung oder dem Pair Programming handelt es sich um eine Arbeitsform, die bei der Agilen Softwareentwicklung eingesetzt wird. Hierbei arbeiten zwei Entwickler gemeinsam an einem Rechner. Einer von ihnen – der Driver – schreibt den Code, während der Navigator den Code kontrolliert und über die Problemstellung nachdenkt. Vergleichbar ist das Paar mit dem Autofahrer, der das Auto steuert, und dem Beifahrer, der auf den richtigen Weg hinweist. Die Entwickler wechseln sich in ihrer Rolle als Driver und Navigator ab. Durch den gegenseitigen Austausch und die Kommunikation können auftretende Probleme im Gespräch gelöst werden.
Jede Pair-Programming-Session läuft jedoch anders ab. Dies liegt sowohl an den Konstellationen der Entwickler als auch an deren Charakter, ihren Kenntnissen, Vorlieben und Eigenschaften beim Programmieren.

Um unterschiedliche Pair-Programming-Prozesse für ihr Forschungsprojekt zu analysieren, besuchte Plonka eine Woche lang das disy Entwicklerteam. Ihr Ziel war es, durch Auswertungen der Prozesse Erkenntnisse zu optimalen Verhaltensmustern beim Pair Programming zu bekommen und den Entwicklern die Möglichkeit zu geben, ihren eigenen Prozess zu reflektieren.

Die Softwareentwickler von disy arbeiten schon seit Jahren mit Agilen Softwaremethoden und setzen mit Begeisterung das Pair Programming ein. "Pair Programming gibt einem den Mut, sich auch herausfordernden Aufgaben zu stellen, sowie die Zuversicht, gemeinsam die beste Lösung für einen Arbeitspunkt zu finden und etwaige Risiken bei der Umsetzung zu erkennen", beschreibt eine Entwicklerin selbst den Prozess.

Die Programmierung im Paar ist für die Entwickler oft spannender und interessanter als alleine zu arbeiten. Nach eigenen Aussagen landet man weniger leicht in Sackgassen und erreicht oftmals eine höhere Qualität. Durch den Austausch untereinander könne man außerdem sehr leicht neues Wissen erlangen.

Auf disy aufmerksam wurde Plonka im Rahmen des Forschungsprojektes Waves. Begeistert von der Fortschrittlichkeit der eingesetzten Softwaremethoden beschloss sie, die Analyse und die anschließende Auswertung für ihr eigenes Forschungsprojekt in Karlsruhe bei disy durchzuführen.

Eine Woche lang wurde je eine Pair-Programming-Session am Vormittag und eine am Nachmittag in unterschiedlichsten Paarkonstellationen analysiert. Hierzu wurden die Daten, die verwendeten Applikationen und die Entwickler in Bild und Ton aufgezeichnet. Nach der Aufzeichnung fand die Analyse in zwei Stufen statt. Zuerst reflektierte Plonka die Aufzeichnung gemeinsam mit den Entwicklern, danach fand eine Detailanalyse der Daten statt. Die Auswertung wurde mit einer Analysesoftware der FU Berlin durchgeführt. Am Ende der Woche reiste die Doktorandin mit einem Koffer voll Analysematerialien nach Berlin zurück. Gespannt darf man auf die endgültige Auswertung und das Ergebnis der Dissertation sein.

Für die Entwickler war die Auswertung eine interessante Erfahrung. Durch die persönliche Analyse nach den Sessions haben sie viel über ihre Persönlichkeit, ihr Rollen- und Kommunikationsverhalten erfahren. Die Tipps und Optimierungsvorschläge von Frau Plonka können sie schon bei der nächsten Paarprogrammierung beachten und sich somit selbst weiterentwickeln.


Dokumentation einer Pair-Programming Session bei disy


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