Betreut durch das Regierungspräsidium Karlsruhe (RP) und durch die Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) unterstützt Daniel Pfeifer, Student an der Fakultät für Geomatik der Hochschule Karlsruhe, im Rahmen seiner Diplomarbeit den Aufbau eines Geo-Auskunftssystems bei den Regierungspräsidien des Landes. Es adressiert unerfahrene GIS-Anwender, für die fachbezogene Karten über das Intranet (später auch Internet) zur Verfügung gestellt werden sollen.
Im Rahmen seines Kartographie- und Geomatikstudiums verbrachte Daniel Pfeifer sein zweites Praxissemester bei der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW). Dort wird GISterm schon seit mehreren Jahren erfolgreich für verschiedene Benutzergruppen und Aufgaben eingesetzt: Als Teil des Berichtssystems des UIS, als Stand-alone-Desktop-GIS oder als Web-GIS wird es für die Erfassung, Darstellung und Auswertung von Umwelt- und Geobasisdaten verwendet.
Um GISterm/GISterm Web auch in anderen Behörden, besonders in den Regierungspräsidien, effektiv nutzen zu können, müssen Oberflächen und Ordnerstrukturen an deren individuelle Bedürfnisse angepasst werden. Mit seiner Diplomarbeit trägt Daniel Pfeifer nun dazu bei, dass GISterm/GISterm Web so angepasst wird, dass es von einem großen Nutzerkreis in den Regierungspräsidien in Baden-Württemberg als sinnvolle Ergänzung zu bestehenden Berichtsstrukturen und etablierten GIS-gestützten Fachanwendungen genutzt werden kann.
Auslöser für die Einrichtung eines Geo-Auskunftssystems ist vor allem die stetige Zunahme verfügbarer Geobasis- und Geofachdaten, mit der ein entsprechend wachsender Verwaltungsaufwand für die Beschaffung aus unterschiedlichen Datenquellen, für die lokale Speicherung und für eine geordnete Zugriffsverwaltung verbunden ist. Bei den Regierungspräsidien und ihren unterschiedlichen Fachgebieten werden GI-Systeme zur Erarbeitung der jeweiligen Fachdaten teilweise bereits seit Jahren eingesetzt. Zur weiteren Unterstützung soll langfristig der Aufbau einer hausweiten Geodateninfrastruktur sowie die Etablierung eines netzbasierten Geodatenmanagements mit unterschiedlichen Zugriffsberechtigungen vorangebracht werden.
Die Diplomarbeit sieht zunächst eine Arbeitsplatzanalyse vor, die u.a. die Ausstattung mit GIS-Softwareprodukten beinhaltet. Auf Basis der Ergebnisse der Fragebögen, die in den Regierungspräsidien in Karlsruhe und Freiburg verteilt wurden, wird am RP Karlsruhe die Erstellung und Umsetzung eines Konzepts für die GISterm-/GISterm Web-Integration vor dem Hintergrund einer entstehenden Geodateninfrastruktur vorgenommen. Darüber hinaus wird untersucht, zu welchem Nutzerkreis die Anwender gehören. Ausgegliedert werden Nutzerkreise beispielsweise anhand bisheriger GIS-Erfahrungen. Zum anderen geht es darum, wie die vereinfachte und standardisierte Veröffentlichung von Fachkarten in spezifischen Themenbäumen (z.B. nur fachinterner Zugriff) realisiert werden kann.
Bei den Regierungspräsidien des Landes Baden-Württemberg werden GISterm (als Stand-alone-Desktop-GIS)und GISterm Web für die Herstellung und Publikation der fach- und präsidienübergreifenden Fachkarten eingeführt. Das Ziel des Geo-Auskunftssystems besteht weder darin, die bestehenden GIS-gestützten Fachanwendungen zu ersetzen, noch erhebt es den Anspruch, die gleiche Informationstiefe wie diese wiederzugeben, denn die Zielgruppe ist nicht der spezialisierte Anwender von GI-Systemen, sondern der im Umgang mit Geodaten oder Geoinformationssystemen ungeübte Mitarbeiter.
Ziel der Diplomarbeit ist es zu untersuchen, wie die erstellten Fachkarten innerhalb einer organisierten Struktur erarbeitet, abgespeichert und veröffentlicht werden können, und die Umsetzung zu konzipieren und durchzuführen. Zum einen sollen landesweit einheitliche, zum anderen aber auch RP-interne spezialisierte Fachkarten eingestellt werden. Dem soll durch unterschiedliche und hierarchisch aufgebaute Themenbäume und einer damit verbundenen fach-, haus- und präsidienübergreifenden Benutzerverwaltung begegnet werden.
_a



