Der Landkreis Göppingen in Baden-Württemberg setzt künftig auf GISterm Web von disy als Auskunftssystem für seine Geodaten. Das Landratsamt profitiert dabei von den Erfahrungen des Pilotanwenders dieser Software, dem Main-Tauber-Kreis. Auch in drei weiteren Landkreisen sind die grundsätzlichen Würfel zur Einführung dieses WebGIS bereits gefallen.
Der Landkreis Göppingen hat sich entschieden: Nach dem Vorbild des Main-Tauber-Kreises sollen geografische Daten ämterübergreifend im Sinne einer Geodateninfrastruktur auch in diesem Landratsamt künftig allen Mitarbeitern mittels GISterm Web zugänglich sein. Und Göppingen steht mit diesem Entschluss nicht allein: Noch drei weitere Landkreise wollen noch in diesem Jahr damit beginnen, GISterm Web zum Standard für den Zugriff auf ihre geografischen Daten zu machen.
Die Software ist die webbasierte GIS-Komponente des Berichts- und Auskunftssystems disy Cadenza, mit dem die Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz (LUBW) die Geo- und Sachdaten des landesweiten Räumlichen Informations- und Planungssystems (RIPS) verwaltet. Die darin von der LUBW ursprünglich rein für die Umweltverwaltung gepflegten Geofach- und Basisdaten stehen aufgrund der neuen, überarbeiteten RIPS-Konzeption und abgestimmt mit dem Landesvermessungsamt auch für Aufgaben außerhalb der Umweltverwaltung zur Verfügung. Jeder Landkreis erhält aus RIPS regelmäßig aktuelle (Geo-)Daten seines Gebietes. Er kann diese aktualisieren, mit eigenen Daten anreichern und thematisch aufbereitet jedem Sachbearbeiter zugänglich machen. Über eine Generalvereinbarung mit den Landkreisen und der Vermessungsverwaltung stehen dem Landkreis Göppingen auch die vor allem benötigten Geobasisdaten des Landesvermessungsamtes zur Verfügung, die mit GISterm zugänglich gemacht werden.
Bei der Wahl der dafür erforderlichen Software-Werkzeuge haben die Landkreise die freie Wahl auf dem Markt. Ein Rahmenvertrag zwischen LUBW und disy ermöglicht es ihnen aber, dafür GISterm Web ohne zusätzliche Lizenzkosten zu nutzen.
„Das ist aus Sicht einer Kreisverwaltung natürlich attraktiv“, sagt dazu Holger Kaczmarek, Leiter der GIS-Projektgruppe im Landratsamt Göppingen. Allerdings waren für die Entscheidung des Experten, GISterm Web zu installieren, vor allem die positiven Berichte aus dem Main-Tauber-Kreis ausschlaggebend. Dort wurde die Software im Rahmen eines Pilotprojekts erstmals unter dem Dach des Rahmenvertrags als kreisweites Auskunftssystem eingesetzt. Und wie die Kollegen des Main-Tauber-Kreises kann auch Kaczmarek schon von ersten Sonderwünschen aus einzelnen Fachämtern berichten. „Das Forstamt hätte zum Beispiel gerne Auswertungen und grafische Darstellungen der Biomassenpotenzialflächen“, erzählt er. Dies ist ein bekannter und durchaus erwünschter Nebeneffekt des webbasierten Auskunftssystems: Können die Sachbearbeiter für sie relevante (Geo)-Daten am eigenen Arbeitsplatz per Intranet abrufen, entsteht meist der Wunsch nach erweiterten Möglichkeiten.
Da die Auskunftskomponente auf Seiten des Anwenders lediglich einen Webbrowser verlangt, konzentriert sich die Aufgabe der GIS-Experten deshalb einerseits darauf, auf der Administrationsoberfläche von GISterm Web, GISterm Desktop, die gewünschten Themen als vorgefertigte Layer für den Abruf vorzukonfigurieren, und andererseits, über die neuen Möglichkeiten verwaltungsintern zu informieren. Die Systeme zur Datenerfassung bleiben dabei von GISterm Web unberührt. Durch das Projekt werden somit keine alten Systeme abgelöst, sondern der Nutzerkreis für die Daten erweitert. „Es ist eine Auskunftskomponente für die gelegentlichen Anwender, die keine GIS-Experten sind“, betont Kaczmarek.
- Links:
- www.landkreis-goeppingen.de
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