Bereits wenige Wochen nach der Einführung entfaltet GISterm Web im Landratsamt des Main-Tauber Kreises seinen Nutzen. Die Möglichkeit der Sachbearbeiter aus allen Fachämtern, jetzt selbstständig am eigenen Rechner auf geografische Daten zuzugreifen, sorgt zudem für zahlreiche Vorschläge zur Anwendung der Daten.
„Eigentlich bieten schon alle PC-Arbeitsplätze im Landratsamt Zugriff auf die Geodaten, aber viele Bereiche müssen noch aufbereitet werden“, sagt Steffen Anders von der EDV-Abteilung des Amtes für Organisation, Personal und EDV der Landkreisverwaltung in Tauberbischofsheim. Die Zugriffsmöglichkeiten bestanden sofort mit dem Tag der Installation von GISterm Web von disy auf den Datenservern der Verwaltung. „Am PC genügt jetzt der Webbrowser, um Daten und Funktionalitäten eines Geoinformationssystems (GIS) abzurufen“, freut sich Anders. Nunmehr beschäftigt sich die EDV der Kreisverwaltung damit, aufgabenbezogene Layer für die jeweiligen Ämter zu definieren, um ihnen die Arbeit mit den netzbasierten Auskunftssystemen zu erleichtern. Künftig sollen die Sachbearbeiter in den verschiedenen Fachämtern der Kreisverwaltung notwendige Geodaten am Rechner selbstständig aufrufen, anstatt Kartenauszüge beim Vermessungsamt anzufordern.
Der Main-Tauber-Kreis ist damit einer der ersten Landkreise in Baden-Württemberg, der sich die Möglichkeiten der aktuellen RIPS-Konzeption zu Nutze macht. Die von der der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz (LUBW) ursprünglich für die Umweltverwaltung gepflegten Daten des Räumlichen Informations- und Planungssystems (RIPS) stehen seit kurzem auch für Aufgaben außerhalb der Umweltverwaltung zur Verfügung. Jeder Landkreis erhält aus RIPS regelmäßig aktuelle Geobasis- und Umweltdaten seines Gebietes. Er kann diese aktualisieren und mit eigenen Daten anreichern. Grundlage für die webbasierte Auskunftskomponente GISterm Web ist disy Cadenza, mit dem die LUBW die Geo- und Sachdaten des RIPS verwaltet.
Im Main-Tauber-Kreis hat die Einführung von GISterm Web bereits zu einer - durchaus erwünschten - Eigendynamik geführt. „Wenn man erst mal selbstständig auf die Daten zugreifen kann, entstehen eben auch entsprechende Nutzungswünsche“, bilanziert es Peter Ebert, GIS-Koordinator des Landkreises, bereits nach wenigen Monaten. Eine Umfrage innerhalb des Hauses hat schon im Vorfeld zahlreiche Anwendungsgebiete deutlich gemacht. So wünschten sich einzelne Fachämter beispielsweise die Integration von ÖPNV-Haltestellen etwa für die Schulwegplanung, und das Forstamt kann sich vom Waldwegenetz bis zu den Jagddistrikten viele zusätzliche Geofachdaten vorstellen.


