Kontakt      Karriere      Downloads     DE/EN

Wasserschutzgebiete: Keine Angst vor komplexen Geometrien

01. Juli 2009

Die Fachanwendung Wasserwirtschaftliche Gebiete (WawiG) der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) basiert auf dem Cadenza Anwendungsrahmen. Dadurch ist mit GISterm bereits ein GIS integriert. Das kann die Schutzgebiete nicht nur anzeigen, sondern wird künftig auch das Werkzeug sein, um ihre komplexen Geometrien zu erfassen.

GISterm erfasst Wasserschutzgebiete

Als neue Fachanwendung im Rahmen des umfassenden Umweltinformationssystems Baden-Württemberg (UIS-BW) tritt WawiG künftig an die Stelle der bisherigen Lösung GewIS (Gewässer-Informationssystem). Entscheidender Fortschritt: WawiG basiert auf dem Cadenza Anwendungsrahmen und kann damit Sach- und Geodaten gemeinsam erfassen, denn das Geoinformationssystem (GIS) GISterm ist vollständig integrierter Bestandteil von Cadenza. GewIS konzentrierte sich hingegen allein auf die Sachdaten und wurde durch ein separates GIS ergänzt, mit dem die zum Teil sehr komplexen Geometrien der Wasserschutzgebiete erfasst und gepflegt wurden.

Indes bedurfte es umfangreicher Qualitätsprüfungen der entsprechenden Fachabteilungen der LUBW, bevor es grünes Licht für GISterm als Werkzeug zur Datenerfassung gab. Das lag nicht zuletzt an den besonderen Herausforderungen. Wie kaum ein anderes Thema stehen Wasserschutzgebiete für komplexe Geometrien mit zum Teil mehreren Tausend Stützpunkten. Trinkwasserschutzgebiete sind zudem in mehrere Schutzzonen unterteilt, für die jeweils unterschiedliche Nutzungseinschränkungen gelten. Schutzgebiete in ihrer Gesamtausdehnung und auch die Schutzzonen folgen keinem regelmäßigen Muster, sondern orientieren sich an den naturräumlichen Gegebenheiten der Gewässer- und Grundwassersysteme. Die höchste Schutzzone rund um die eigentliche Wasserentnahmestelle (Fassungsbereich) kann, muss aber zum Beispiel nicht von den anderen Schutzzonen umgeben sein. Nach der Digitalisierung besteht zwischen den einzelnen Schutzzonen oft keine Kantenidentität, was Splitterpolygone oder Überlappungen zur Folge hat.

Vor diesem Hintergrund sind Flächenerfassungen auf der Basis von Liegenschaftskarten keine triviale Linienverfolgungen am Bildschirm. Bereits kleine Fehler in der Topologie verfälschen spätere Darstellungen und Datenauswertungen. Und natürlich finden sich in den vorhandenen Geometriedaten der landesweit rund 3000 Wasserschutz-, 20 Quellenschutz- und etwa 500 Überschwemmungsschutzgebiete Baden-Württembergs Widersprüche und überlappende Polygone.

Hier soll jetzt GISterm unter anderem helfen, die Geometrien sukzessive zu korrigieren. Im Juli startet die LUBW die ersten Schulungen mit der neuen Fachanwendung WawiG, denn als Teil des UIS wird sie zusammen mit den regelmäßigen, zentralen Aktualisierungen des Systems an die Landratsämter ausgeliefert, die als untere Wasserschutzbehörden in ihrem jeweiligen Zuständigkeitsbereich die notwendigen Sach- und Geodaten erfassen.


 
 
 
 
 

Impressum    |    Datenschutz    |    Home

© Disy Informationssysteme GmbH