Besuchen Sie Disy auf der CeBIT 2017.

Kontakt      Karriere      Downloads     DE/EN

Sensor Web Enablement (SWE) für Pegelstände und Sensordaten

10. September 2009

Ein dichtes Sensorennetz entlang von Flüssen und Kanälen liefert kontinuierlich Informationen über den Zustand der Bundeswasserstraßen. disy hat jetzt vom Dienstleistungszentrum für Informationstechnik des Bundesbauministeriums (DLZ-IT BMVBS) den Auftrag, Konzepte dafür vorzulegen, wie sich solche Mess- und Zeitreihen mittels OGC-konformer Dienste in Geodateninfrastrukturen integrieren lassen.

Projekte

Der Blick über den Rhein mag noch so idyllisch erscheinen, als Bundeswasserstraße ist der Fluss aus Sicht der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) einfach nur eine der wichtigsten Verkehrsadern. Das gilt auch für zahlreiche andere Flüsse und Kanäle, die aufgrund ihrer Bedeutung für die Binnenschiffer einer systematischen Beobachtung unterliegen. Hunderttausende von Sensoren sammeln entlang dieser Wasserstraßen jeden Tag alle erdenklichen Messwerte, angefangen beim Wasserstand – dem Pegel – bis zu Daten über Wassertemperatur oder Strömungsgeschwindigkeiten. Auch Windmesser und Grundwassermessstellen finden sich an vielen Fluss- und Kanalbauten.

Sämtliche Daten, die dabei anfallen, werden entsprechend ihrem Verwendungszweck in oft sehr unterschiedlichen Fachsystemen vorgehalten und ausgewertet. Eine direkte und automatisierte Verwendung darüber hinaus ist häufig nicht möglich. Falls die Informationen aus einmal erhobenen Sensordaten tatsächlich mehreren Interessenten zugehen sollen – beispielsweise Daten zu den Abflüssen aus Talsperren und Wehren, die prinzipiell jeden Nutzer unterhalb der Bauwerke betreffen – werden diese in der Praxis zumeist händisch weitergegeben, nicht selten per Fax oder Telefon zwischen den jeweils betroffenen Dienststellen der Länder und des Bundes.

Die disy Informationssysteme GmbH hat deshalb jetzt den Auftrag in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer IITB vollständige Nutzungsszenarien für einen durchgängigen Informationsfluss der Sensordaten von der Messstelle bis zu einer Endanwendung zu entwickeln. Hierzu fließen auch die Erfahrungen aus der Konzeption von InGrid 2.2 des Umweltportals Deutschland (PortalU) mit ein, die disy gemeinsam mit dem  Fraunhofer IITB im Auftrag der Koordinierungsstelle PortalU im Niedersächsischen Ministerium für Umwelt und Klimaschutz verantwortet hat. Im Fokus der Konzeption stehen die eigentlichen Rohdaten der vielfältigen Messstellen in Form von Zeitreihen, sodass ein Anwender zumindest informationstechnisch weitgehend frei in der Nutzung dieser Daten ist. Eine solche Abfrage von Echtzeit-Sensordaten sowie Sensordatenzeitreihen lässt sich grundsätzlich mit dem Sensor-Web Enablement-Ansatz (SWE) und speziell dem Sensor Observation Service (SOS), ein Standard des OGC, realisieren. Mit ihm können Sensordaten jeder Art in einem einheitlichen Format und über standardisierte Operationen im Internet bereitgestellt werden. Als OGC-Standard ermöglicht er zudem die einfache Integration in vorhandene GDIs.

Eine offene Frage aus Sicht der Experten von disy ist allerdings das noch sehr unvollständige Inhaltsmodell dieses Standards. Ähnlich wie der Web Feature Service (WFS) zwar dafür sorgt, dass Kartenbilder interoperabel übertragen werden, aber keine Vorgaben zum Datenmodell macht, liefert der Sensor Observation Service (SOS) in seiner jetzt vorliegenden Version ebenfalls einen praktikablen Container für die Messreihen. Die Vorgaben zur Codierung dieser Rohdaten und den notwendigen Metadaten müssen aber praktikabler und genauer werden. Vor diesem Hintergrund sind die geplanten, gemeinsamen Konzeptentwicklungen von disy, dem DLZ-IT BMVBS und dem  Fraunhofer IITB auch als Beitrag zu den technischen Spezifikationen des OGC zu bewerten. Allerdings will man nicht ausschließlich am grünen Tisch über künftige Spezifikationen nachdenken, sondern diese entlang konkreter Anwendungsszenarien entwickeln. Im Mittelpunkt steht dabei neben der Pegelübertragung das Bauwerksmonitoring. Wie die Meta- und Messdaten für Sensordienste codiert werden können, soll deshalb mit den Sensoren unter anderem an dem Weserwehr Hemelingen in Bremen ausprobiert werden.


 
 
 
 
 

Impressum    |    Datenschutz    |    Home

© Disy Informationssysteme GmbH