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Verbesserte Datenerfassung für Naturschutz und Landschaftspflege

05. Mai 2011

Eine künftig wesentlich vereinfachte und vor allem schnellere Datenerfassung erwartet das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr in Baden-Württemberg von der jüngsten Erweiterung seines Landschaftspflege-Informationssystems (LAIS) durch eine GIS-Komponente. Die technische Basis dafür lieferte disy Cadenza.

Landschaftspflege-Informationssystems (LAIS)

Bereits seit längerem nutzt das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr (UVM) in Baden-Württemberg disy Cadenza als Werkzeug für die Datenauswertung des Landschaftspflege-Informationssystems (LAIS). Diese Fachanwendung unterstützt die praktische Umsetzung der Landschaftspflegerichtlinie, mit der das süddeutsche Bundesland zahlreiche Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege fördert. Vor allem der so genannte Vertragsnaturschutz wird auf dieser Grundlage geregelt.

Dementsprechend erfassen die Sachbearbeiter mit dem im Landes-Intranet zur Verfügung gestellten LAIS sämtliche Daten zu Anträgen, Bescheiden, Auf- und Verträgen mit Landwirten und privaten Grundbesitzern, aber auch mit Verbänden und Vereinen, die sich zumeist gegen Ausgleichszahlungen des Landes zu Pflegemaßnahmen für den Erhalt der Natur- und Kulturlandschaft verpflichten.

Die Datenerfassung im LAIS erfolgte bislang ausschließlich mit Verweis zum einzelnen Flurstück. Dies entspricht der Logik der mit dem System bearbeiteten Verwaltungsvorgänge, bei denen Fördermaßnahmen der Landschaftspflege an die entsprechende Voraussetzung (Naturbezug) auf einem Flurstück gekoppelt werden. Eine Hürde dabei: Zusammenhängende Flächen, die mehr als ein Flurstück berühren, können mit LAIS nicht in einem Arbeitsgang erfasst werden, sondern jedes einzelne Flurstück stellt einen separaten Erfassungsvorgang dar. Das bedeutet für die Sachbearbeiter in der Praxis, immer wieder ihre Erfassungsmasken aufzurufen, um in den Daten dann jeweils die Flurstücksnummer von Hand zu verändern.

Die in disy Cadenza vollständig integrierten Funktionen von GISterm wurden daher jetzt genutzt, um speziell die Geodaten-Erfassung zu beschleunigen. Anstatt zuvor von Hand recherchierte Flurstücksnummern einzugeben, zeichnen die Sachbearbeiter demnächst ein Polygon der von einer Maßnahme im Rahmen der Landschaftspflegerichtlinie berührten Fläche. Luftbilder und topografische Karten als Grundlage werden ihnen dafür als Hintergrundlayer am Bildschirm angezeigt. Die Verschneidung mit dem Liegenschaftskataster geschieht dann automatisch. Die eingegebenen Vertragsdaten sind sofort in der Datenbank mit den betreffenden Flurstücken verbunden. Statt dutzende und nicht selten hunderte Male Erfassungsmasken von Hand zu bearbeiten, genügt künftig die einmalige Dateneingabe. Das neue LAIS-GIS wird als Desktop-Version in einer Client-Server-Architektur parallel zum LAIS zur Verfügung stehen, auf der Datenebene sind beide Erfassungswerkzeuge jedoch vollständig integriert.

Das hilft auch bei einer weiteren wesentlichen Aufgabe des LAIS: Dem Abgleich mit anderen Förderprogrammen, denn doppelte Förderungen auf einer Fläche sind nicht gestattet. Auch hier stellte die reine Erfassung von Flurstücksnummern bislang eine Hürde dar. Zeigt sich beim Datenabgleich, dass auf einem Flurstück mehrere Förderungen vorliegen, können sich diese auch auf jeweils unterschiedliche Teilflächen des Flurstücks beziehen. Dies bedeutet in jedem Einzelfall einen individuellen Informationsaustausch und Kontakt der beteiligten Ämter, um Doppelförderungen tatsächlich festzustellen. Die mittels LAIS-GIS erfassten Geometrien werden deshalb demnächst in Form eines Datendienstes der Landwirtschaftsverwaltung zur Verfügung stehen, die dann den genauen Flächenabgleich in ihren Fachlösungen vornehmen können.

Umgekehrt wird es mit dem LAIS-GIS möglich, per Web Feature Service (WFS) die Geometrien der landwirtschaftlichen Nutzfläche abzufragen, um die erfassten Flächen mit diesen Daten abzugleichen. Das ist notwendig, denn Vereinbarungen einer extensiven Bewirtschaftung können zum Beispiel nur innerhalb einer landwirtschaftlich genutzten Fläche gelten, zahlreiche Naturschutzmaßnahmen hingegen sind nur außerhalb landwirtschaftlich genutzter Flächen förderfähig. Auch dieser Gebietsabgleich fand bisher weitgehend händisch mittels Papierkarten oder mit Hilfe externer GIS-Einzellösungen statt.

Das Ministerium verspricht sich daher von der künftigen direkten Geometrieerfassung an landesweit rund 250 Arbeitsplätzen erhebliche Effizienzgewinne in der Umweltverwaltung.


 
 
 
 
 

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