Umgebungslärm ist überall
Die im Jahr 2002 in Brüssel beschlossene „Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates über die Bewertung und die Bekämpfung von Umgebungslärm“ macht klare Vorgaben: In der anstehenden zweiten Stufe ist die Lärmkartierung bis 30. Juni 2012 und eine darauf basierende Lärmaktionsplanung bis 18. Juli 2013 in allen Ballungsräumen mit mehr als 100.000 Einwohnern verpflichtend. Dies gilt darüber hinaus auch für Orte in der Umgebung von Hauptverkehrsstraßen mit mehr als drei Millionen Kraftfahrzeug-Bewegungen pro Jahr, entlang von Haupteisenbahnstrecken mit mehr als 30.000 Zügen pro Jahr und für die Umgebung von Großflughäfen mit einem Verkehrsaufkommen von mehr als 50.000 Bewegungen pro Jahr. Damit bleibt kaum eine größere Gemeinde von dieser zweiten Stufe unberührt. Das Umweltbundesamt geht von zahlreichen, in ganz Deutschland verstreuten Straßenabschnitten mit einer Gesamtlänge von rund 45.000 Kilometern aus.
Eine Pflichtaufgabe als Chance
In der neuen Pflichtaufgabe „strategische Lärmkartierung“ stecken tatsächlich auch zahlreiche Chancen. Die erste Stufe der Umgebungslärmrichtlinie hat gezeigt: Die von der EU verlangten Lärmkarten sind bei seriöser Umsetzung weniger eine klassische Mess- und Kartierungsarbeit, als vielmehr eine Aufgabe des Datenmanagements. Es müssen dafür zahlreiche Sach- und Geodaten aus unterschiedlichsten Quellen integriert zusammengeführt werden: Daten zu Lärmarten, Topographie, Geländemodellen, Straßen- und Schienennetzen, Verkehrsfrequenz, Schallschutzbauwerken, Kreis- und Gemeindegrenzen, Gebäuden, Fassadenpegeln und viele weitere spezielle Fachdaten. Diese Zusammenführung ist ein hoher Aufwand, wenn es bei einer einmaligen Verwendung der Daten bleibt. Und das kann schnell passieren: Häufig transformieren spezialisierte Ingenieurbüros die eigentlichen Rohdaten unumkehrbar, um die verlangte flächendeckende Lärmbelastungskarte zu liefern. Packt man es hingegen klug an, stehen einem die Daten auch für andere Fragestellungen und künftige Analysen zur Verfügung. Genau dafür steht die Cadenza Fachschale Lärm.


