Mit disy GISterm auf Empfang programmiert
FRANSY wird seit 2004 eingesetzt, um die flächendeckende Versorgung mit digitalem terrestrischem Fernsehen (DVB-T) zu planen. Die Software ermittelt Frequenzstärke und Versorgungswahrscheinlichkeit mit Sendesignalen und bildet sie in einer Deutschlandkarte ab. Das Herzstück der Planungssoftware ist das disy GISterm Entwicklungsframework. Darüber hinaus unterstützte die disy Informationssysteme GmbH die Partner bei der Integration.
Claus Hüttermann, Projektleiter FRANSY, con terra GmbH: „Wir haben uns für das disy GISterm Entwicklungsframework entschieden, weil kein anderes Framework eine vergleichbare Grundinfrastruktur hat, um neue Geodaten, wie sie mit FRANSY erzeugt werden, zu integrieren. Außerdem waren bereits komplette GIS-Funktionalitäten sowie flexible und detaillierte Schnittstellen vorhanden. Das machte die Integration einfach und lässt genügend Spielraum zur Umsetzung individueller Anforderungen.”
Hintergrund:
DVB-T steht für Digital Video Broadcast – Terrestrial. Dahinter verbirgt sich das Fernsehen der Zukunft: Bis 2010 wird das analoge Fernsehen vollständig durch das digitale terrestrische Übertragungsverfahren abgelöst. Für die Zuschauer bedeutet dies Programmvielfalt und besseren Empfang, nicht nur am heimischen Fernseher, sondern auch unterwegs, drahtlos – einfach überall.
Mit dem Wechsel zum digitalen „Überallfernsehen“ müssen die Planer der Rundfunk- und Sendeanstalten ihre Sendefrequenzen neu verteilen und untereinander abstimmen. Es gilt also, das gesamte Sendernetz neu zu planen, damit tatsächlich überall der störungsfreie Empfang gewährleistet ist. Hierzu hat die Firma con terra im Auftrag von ARD, ZDF und Deutschlandradio in Zusammenarbeit mit den Sendeanstalten BR, SWR und WDR die Planungssoftware FRANSY entwickelt, die allen öffentlich-rechtlichen Sendern zur Verfügung steht. Das Institut für Rundfunktechnik IRT leitet das Gesamtprojekt.
Ziel:
So genannte Feldstärkenvorhersagen sind die Basis der Frequenzplanung. Sie geben Antworten auf die wichtigsten Fragen: erstens, ob eine Fläche oder ein Punkt der Erdoberfläche versorgt ist, und zweitens, ob das geplante Sendernetz ein anderes Netz oder andere Sender stört. Diese Interferenzen sind eines der Hauptprobleme bei der Frequenzplanung. Daher müssen zunächst viele Varianten durchgespielt und in ihrer Wirkung beurteilt werden. Hier möchte der Frequenzplaner binnen weniger Minuten Antworten sehen.
Die Feldstärkenvorhersagen werden in empirischen und topografischen Modellen dargestellt. Dabei werden in FRANSY rund 20 Parameter berechnet. Um zu ermitteln, wie es um die Signalversorgung bestellt ist, kann der Planer Kreise, Gemeinden oder Postleitzahlengebiete auswählen und anhand der Signaldichte die Versorgungswahrscheinlichkeit errechnen. Oder er ruft mit der Eingabe der gewünschten Signalabdeckung die dafür notwendigen Rahmenbedingungen ab. „Die Software filtert beispielsweise Gebiete heraus, in denen weniger als 90 Prozent der Menschen mit Funksignalen versorgt sind. Indem es die markierten Flächen mit den dazugehörigen Bevölkerungsdaten verknüpft, ermittelt FRANSY, wie viele Personen wirklich in diesem Grenzbereich leben“, erklärt Claus Hüttermann. Dadurch kann der Planer entscheiden, ob auf den unterversorgten Flächen tatsächlich Bedarf besteht oder ob es sich womöglich um unbewohntes Waldgebiet handelt.
Das Erstellen und der Vergleich von Varianten eines Sendernetzes sind die Stärken von FRANSY und zugleich seine größte Herausforderung, denn dies ist aufwändig und vor allem rechenzeitintensiv. Nur ein äußerst flexibles Geoinformationssystem (GIS) kann diese Aufgabe bewältigen.
Da sich die am Markt befindlichen Standardprodukte zur Frequenzplanung und Geodatenverarbeitung als ungeeignet erwiesen, musste das Planungstool für DVB-T neu entwickelt werden – mit Hilfe des disy GISterm Entwicklungsframeworks. Gerade bei der Erstellung und dem Vergleich von Varianten eines Sendernetzes spielt disy GISterm eine entscheidende Rolle. Es kann Verbesserungen bzw. Verschlechterungen zweier Planungsvarianten grafisch darstellen sowie die Versorgungsqualität analysieren. Die Ergebnisse können sowohl tabellarisch als auch im Kartenfenster präsentiert oder als Excel-Dokument exportiert werden. Und der Zukunft des DVB-T steht nichts mehr im Wege.
Wollen Sie mehr über die konkrete technische Umsetzung erfahren? Klicken Sie hier: Informationen zur technischen Umsetzung
Weitere Informationen:
Über das Institut für Rundfunktechnik und FRANSY: http://www.irt.de/de/produkte/programmverbreitung/frequenzplanungssoftware-fransy.html
Über disy GISterm: http://www.disy.net/produkte/gisterm.html
Success Story: FRANSY






