Horizontrales Menu

Sprachumschalter

DiPlaD

Suche


Aufbau einer Dienste-Plattform auf Basis des DWW

Mit dem seit Ende 2008 im Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) abgeschlossenen Entwicklungsvorhaben Data Warehouse Wasser (DWW) ist eine umfangreiche technische und fachliche Basis für eine integrierte und fachübergreifende Datenauswertung in der Wasserwirtschaft geschaffen worden. Das DWW ist Teil des vom LfU entwickelten und betriebenen Informationssystems Wasserwirtschaft (INFO-Was). Der Datenpool des DWW enthält rund 80.000 Objekte (inklusive 34.000 Messstellen) und etwa 13 Millionen Messwerte sowie eine Vielzahl von Geobasis- und Geofachdaten. Sie stammen als Sekundärdaten aus zahlreichen Fachinformationssystemen des Landesamtes, die als bereinigte, zum Teil bereits aggregierte und normierte Daten aus den Produktionssystemen ins DWW übernommen und dort redundant gespeichert werden. Die Einlagerung und Aktualisierung der Daten erfolgt ausschließlich automatisiert durch so genannte ETL-Prozesse, die mit Hilfe des Oracle Warehouse Builder entwickelt werden. Einmal wöchentlich wird der gesamte Datenbestand aus den Fachsystemen aktualisiert. Technische Voraussetzung für die Datenübernahme ist, dass die relevanten Daten zu den wasserwirtschaftlichen Objekten in einer geregelten Datenerfassung nach einheitlichen Vorgaben produziert und in definierten Strukturen im Primärsystem abgelegt wurden. Konsistenz und Qualität der Daten müssen auf Seiten der Primärdatenhaltung bzw. -pflege sichergestellt sein. Auswertungen und Analysen im DWW erfolgen ausschließlich mit dem auf Basis von Cadenza Professional konzipierten „Facharbeitsplatz Komplexe Informationsrecherche“ (FAKIR).

Hintergrund:

Eine der Hauptzielgruppen des DWW sind Führungskräfte und „Nicht-Spezialisten“, die die Auswertungen ohne besondere Vorkenntnisse ausführen können sollten. Gefordert ist der einfache, performante und fachübergreifende Datenzugriff auf Objekte aus den verschiedenen Fachbereichen. Neben der Wasserwirtschaft wird das zukünftig auch andere Bereiche der Umwelt und der Geologie betreffen. Schon heute werden einzelne Auswertungen und Daten aus dem DWW in verschiedene Drittsysteme integriert. Allerdings geschieht dies jeweils nur auf Anfrage der entsprechenden Fachabteilungen und mittels unstandardisierter, händischer Datenübernahmen.

Ziel:

Angestrebt ist der Aufbau einer Dienste-Plattform auf Basis des DWW (DiPlaD). Dabei geht es derzeit weniger um die Definition konkreter Dienste als vielmehr um den Aufbau der grundsätzlichen Infrastruktur, um künftig sowohl OGC-konforme Dienste wie auch Cadenza Web Dienste auf Anforderung ad-hoc anbieten zu können. Das wird die Einsatzmöglichkeiten des DWW entscheidend verbessern. Als Beispielszenario kann die Integration der Standorte von Messstellen in den Gewässeratlas dienen. Letzterer stellt Daten über sogenannte Querbauwerke zur Verfügung, die etwa als Stauwehr die Durchgängigkeit von Gewässern unterbrechen. Informationen über Messstellen, die verschiedene Parameter der Wasserqualität dokumentieren, sind in diesem Zusammenhang mit Blick auf die EU-Wasserrahmen­richtlinie von Bedeutung, die unter anderem eine Verbesserung der hydromorphologischen Gewässersituation verlangt. Die heute bei jeder Aktualisierung aufwändige, händische Zusammenführung der Daten aus dem Gewässeratlas mit den Daten der Messstellen, wie sie im DWW vorliegen, wird durch einen dienstebasierten Zugriff wesentlich erleichtert und flexibilisiert. Zahlreiche weitere Dienste-Szenarien in unterschiedlichen fachlichen Kontexten sind mit dem Aufbau einer Dienste-Plattform analog realisierbar.

Weitere Informationen:

Über das Bayerische Landesamt für Umwelt: http://www.lfu.bayern.de
Datenblatt DWW

Weitere Referenzen des Bayerischen Landesamt für Umwelt: DWW, FAKIR

nach oben

Bayerische Landesamt für Umwelt
DWW
DWW
DWW