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Fachanwendung MaP auf Basis von disy Cadenza erfasst Daten zu Natura-2000-Gebieten

10. September 2009

Rund 350 Gebiete in Baden-Württemberg entsprechen den EU-Vorgaben der Vogelschutzrichtlinie und der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie. Für sie sind detaillierte Managementpläne (MaP) aufzustellen, die neben dem Ist-Zustand auch künftige Erhaltungs- und Entwicklungsplanungen dokumentieren. Zentrales Werkzeug für diese Aufgabe ist die Fachanwendung MaP auf Basis von disy Cadenza.

Fachanwendung MaP auf Basis von disy Cadenza erfasst Daten zu Natura 2000 Gebieten

Auch wenn es bereits zu fast allen Umwelt- und Naturschutzthemen flächendeckende Daten für Baden-Württemberg gibt, wenn es um die Dokumentation der Gebiete und Pflegekonzepte rund um Natura 2000 geht, fangen die betroffenen Fachämter quasi wieder bei Null an. Das liegt am europäischen Rahmen dieses Themas. Natura 2000 ist die offizielle Bezeichnung für ein zusammenhängendes Netz besonderer Schutzgebiete, die den Vorgaben der europäischen Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) sowie der Vogelschutzrichtlinie entsprechen. Damit sollen grenzüberschreitend gefährdete, wild lebende Pflanzen- und Tierarten sowie ihre natürlichen Lebensräume geschützt werden.

Das bedeutet, die Gebiete müssen nach europaweit einheitlichen naturschutzfachlichen Standards klassifiziert werden. In den EU-Richtlinien definieren umfangreiche Anhänge die dafür zu erfassenden Parameter hinsichtlich der Lebensraumtypen sowie der entscheidenden Pflanzen- und Tierpopulationen. In der praktischen Konsequenz heißt dies zum Beispiel, dass ein nach nationalem Umweltrecht geschütztes Areal nicht automatisch den Status eines FFH-Gebietes erhält. Umgekehrt fallen teilweise auch Flächen ohne bisherigen Naturschutzstatus aufgrund bestimmter Pflanzen- und Tiervorkommen unter die Richtlinien von Natura 2000. Entscheidend dafür sind deshalb die aktuell und künftig in allen Mitgliedsländern der EU nach gleichen Regeln vorzunehmenden Datenerfassungen für die entsprechenden Flächen.

In Baden-Württemberg hat die Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz (LUBW) deshalb eigens mit speziellen Java-Werkzeugen die Fachanwendung MaP (Managementplan-Software) für das Berichts- und Auswertesystem disy Cadenza entwickelt. Über den Cadenza Anwendungsrahmen wird MaP in Cadenza integriert und kann sämtliche Funktionalitäten von Cadenza hinsichtlich der folgenden Datenauswertungen nutzen, ebenso die Möglichkeiten des integrierten Geoinformationssystems GISterm von disy.

MaP dient landesweit als einheitliches Erfassungswerkzeug für die Daten zu Natura 2000 inklusive aller Entwicklungspläne. Begleitet wird MaP von einem umfangreichen Regelwerk in Form eines Handbuchs zur praktischen Umsetzung der Datenaufnahme im Gelände. Damit soll sichergestellt werden, dass auch bei einer Vielzahl unterschiedlicher Akteure möglichst homogene Dateninhalte abgeliefert werden. Insgesamt sind nämlich gleich drei Verwaltungsebenen zuständig: Die LUBW selbst lässt jene Gebiete erfassen, in denen sich bereits bestehende Flächen zum Artenschutz mit den neuen FFH- und Vogelschutzgebieten überlappen. Bei den Regierungspräsidien teilen sich die Fachreferate für Naturschutz und die Forstverwaltung die Zuständigkeit, je nachdem ob es sich um Wald- oder so genannte „Offenlandflächen“ handelt.

Die praktischen Arbeiten selbst werden auf dieser Grundlage ausgeschrieben und von externen Gutachtern, Landschaftsplanern oder spezialisierten Ingenieurbüros erledigt. Ihnen steht die auf disy Cadenza basierende Fachanwendung MaP mittels eines gesicherten Direktzugriffs direkt auf die Datenbanken des Umweltinformationssystems (UIS) Baden-Württemberg zur Verfügung. Technisch wird dies über Virtual Private Network (VPN) und einen Remote Desktop direkt über einen lokalen Arbeitsplatzrechner bei einem beauftragten Büro realisiert. So können die Experten ihre gesammelten Daten direkt vor Ort über die entsprechenden Erfassungsmasken eingeben, ohne sich dafür disy Cadenza installieren zu müssen. Bis zu 20 externe Stellen können sich eine zentral bereitgestellte Anwendung auf diesem Weg teilen. Auch sind dadurch sämtliche Daten sofort zentral erfasst und stehen für entsprechende landesweite Auswertungen im Räumlichen Informations- und Planungssystem (RIPS) zur Verfügung.

Das vollständig in disy Cadenza integrierte Geoinformationssystem disy GISterm liefert zudem alle notwendigen Werkzeuge zur Erfassung und Ausweisung der jeweiligen Flächen. Gleichwohl ist kein Anwender darauf festgelegt. Die Arbeiten können genauso gut in anderen GIS-Lösungen erledigt werden und beispielsweise als Shapefiles an MaP übergeben werden. disy Cadenza sorgt im Hintergrund dafür, dass die Dateninhalte in die vorgesehene integrierte und offene Datenstruktur, die zwischen Sach- und Geodaten keinen formalen Unterschied macht, überführt werden. Eigene, proprietäre Formate erzeugt disy Cadenza nicht.


 
 
 
 
 

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