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Biotoperfassung in Schleswig-Holstein mit GISterm

02. Juli 2010

Seit Anfang des Jahres erfasst das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) in Schleswig-Holstein gesetzlich geschützte Biotope mit Cadenza/GISterm. Im Mittelpunkt steht dabei aktuell der mit OGC-Diensten unterstützte Datenabgleich mit dem Landwirtschaftlichen Flächenkataster (LFK).

Biotoperfassung in Schleswig-Holstein mit GISterm

Rund 600.000 ausgewiesene Flächen umfasst derzeit das Biotopkataster in Schleswig-Holstein. Es enthält bekannte, in ganz Deutschland verbreitete Biotoptypen, aber auch norddeutsche Spezialitäten wie Salzwiesen, Wattflächen und Priele. Eine weitere Besonderheit Schleswig-Holsteins ist die starke Bedeutung der Agrarwirtschaft. Sie liegt rund 20 Prozentpunkte über dem Bundesdurchschnitt. Im Gegenzug liegt der Waldanteil deutlich unter dem Durchschnitt. Als Konsequenz daraus grenzen schützenswerte Klein-Biotope im entsprechenden Verbund und landwirtschaftliche genutzte Bereiche noch enger aneinander als in anderen Flächenländern.

Die Daten des landwirtschaftlichen Flächenkatasters mit den Daten des Biotopkatasters in Einklang zu bringen ist deshalb aktuell das entscheidende Anliegen bei der Biotoperfassung. Als Werkzeug hat das zuständige Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) dafür disy GISterm ausgewählt.

Beide Datenbestände entspringen unterschiedlichen Quellen und werden unabhängig voneinander von den jeweils zuständigen Dienststellen im LLUR sowie im Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (MLUR) geführt. Während das LFK auf rund 200.000 so genannten Feldblöcken beruht, die aus Luftbildern abgeleitet wurden, basiert die Biotopkartierung in der Mehrzahl der Fälle auf terrestrischen Datenerfassungen vor Ort. Da das LFK aber eine Datengrundlage ist, um flächenbezogene Agrarsubventionen und Fördermittel für Naturschutzbelange in der Landwirtschaft zu berechnen, ist der Abgleich zumindest der jeweiligen Geometrien der beiden Datenbestände von hoher Bedeutung.

Allerdings stellt die Relevanz des LFK für die Fördermittelberechnung auch eine datenschutzrechtliche Hürde dar. Direkte Zugriffe auf die Datenbank von Außenstehenden sind nicht erlaubt. Das gilt auch zwischen Fachbehörde und Ministerium. Die Datenhaltung erfolgt bei einem nach den Vorgaben des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifizierten Datenprovider der Landesregierung.

Die für den Datenabgleich notwendigen Geometrien und Sachinformationen wurden daher über einen von disy konzipierten WFS-Dienst des Ministeriums in die Biotoperfassung mit GISterm eingebunden. Das sichert den kontrollierten Zugriff allein auf die für den Abgleich relevanten Daten.

Allerdings haben die Sachbearbeiter des LLUR keine Möglichkeit, Korrekturen direkt vorzunehmen und ebenso dienstebasiert in das LFK zurück zu spielen, auch wenn dies mit GISterm technisch problemlos realisierbar wäre. Der Grund: Der Datenabgleich in GISterm zeigt zwar, wo Unterschiede in den Geometrien und Sachdaten vorliegen, kann aber naturgemäß nicht sagen, welche Version der Realität eher entspricht. Die Bewertung und Festlegung der Daten, kann nur in der gemeinsamen Einzelfallbetrachtung der Fachbehörden erfolgen, sprich: Die Mitarbeiten müssen sich - zumeist telefonisch - auf eine Variante einigen.


 
 
 
 
 

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