Karlsruhe gegen Corona – Disy-Maker helfen mit

Die Corona-Krise hat vielerorts eine Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst. Auch in Karlsruhe sind Nachbarschaftshilfen und neue Communities entstanden. In der Maker-Szene werden unter anderem per 3D-Druck Schildmasken für systemrelevante Bereiche wie Medizin und Co hergestellt. Disy hilft Kolleg*innen mit Materialspenden bei der privaten Produktion.

Von Java 8 bis Java 14

Wer aktuell im Besitz eines 3D-Druckers ist, kann dem Personal in systemrelevanten Bereichen wie Medizin und Lebensmittel im ganzen Land helfen, sich selbst und Kunden besser vor dem Coronavirus zu schützen. Auf Basis eines Modells des tschechischen 3D-Drucker-Herstellers Prusa drucken viele Privathaushalte, Unternehmen und Organisationen zur Zeit Halterungen für Behelfs-Schutzschilde gegen COVID-19.

Da es bei Disy einige Maker gibt, haben sich die Kolleg*innen schnell zusammengefunden und organisieren intern die Produktion der für die Masken notwendigen Visiere. Mehrere Tausend Folien, die für die Produktion notwendig sind, hat Disy gesponsert. Schließlich soll es am fehlenden Material nicht scheitern.

Und so werden jede Woche mehrere Hundert Folienvisiere für Schutzmasken in den Hobbykellern der Disyaner produziert. Andere Kolleg*innen drucken auf dem heimischen 3D-Drucker in Fließbandarbeit Halterungen für die Visiere. Die Produktion läuft überall auf Hochtouren, und das alles in der Freizeit.

Koordination über das FabLab Karlsruhe und MakerVsVirus

Der Maker-Verein FabLab in Karlsruhe steckt aktuell viel Energie und Ressourcen in die Organisation von Hilfskapazitäten. Für die Coronahilfe Karlsruhe ist auf die Schnelle eine eigene Webseite entstanden, auf der alle notwendigen Informationen für Hilfsbereite und Hilsbedürftige gebündelt sind. Deutschlandweit werden über die Organisation MakerVsVirus Behelfs-Schutzmasken von Privatpersonen hergestellt, und das FabLab kümmert sich als Hub um die lokale Planung in Karlsruhe. Dank der Hilfe vieler Privatpersonen, des KIT und einiger Unternehmen und Organisationen werden große Mengen Schildmasken in Einzelteilen produziert, montiert und dorthin verschickt, wo sie am nötigsten gebraucht werden. Die Koordination erfolgt über eigens dafür eingerichtete Slack-Kanäle – alles digital und sehr kooperativ. Unter diesen widrigen Umständen zeigt sich: Die Community rückt zusammen und bündelt ihre Energien. In kürzester Zeit ist ein extrem effizientes Netzwerk von Helfer*innen entstanden.

Helfen geht auch anders

Wer keinen 3D-Drucker oder eine Werkstatt besitzt, kann trotzdem helfen: Wer nähen kann, könnte beispielsweise bei der Produktion von textilen Masken helfen. Kostenlose Schnittmuster gibt es zuhauf im Netz, zum Beispiel von Burda. Aber auch Geldspenden sind herzlich willkommen. Alle, die Bedarf an den fertigen Masken haben, selbst produzieren können oder anderweitig unterstützen möchten, können sich direkt an die Coronahilfe-Karlsruhe wenden.