COVID-19: Kaufverhalten und Mobilität

Wie Sie mit den Arbeitsmappen in Cadenza die Auswirkungen des Coronavirus auf das Kaufverhalten und die Mobilität in Deutschland analysieren

COVID-19-Daten im Dashboard analysieren

Was uns vielleicht von der ersten Infektionswelle des Coronavirus in Deutschland in Erinnerung geblieben ist, sind leere Straßen und ausverkauftes Toilettenpapier. Ob man das wohl auch in der Analyse entsprechender Daten sehen kann?

Jeden Tag berichten die Medien über die Entwicklungen des Coronavirus. Neuinfektionen, Intensivbettenbelegung, Todesfälle – diese Informationen stehen dabei meist im Mittelpunkt. Wir möchten in diesem Beitrag die Auswirkungen des Coronavirus aus anderen, erfrischenden Blickwinkeln betrachten. Sehen Sie in diesem Beitrag zwei andersartige Corona-Dashboards, welche die Auswirkungen von Corona auf den Kauf bestimmter Konsumgüter und die Mobilität thematisieren.

Datengrundlage

Bei den Daten handelt es sich um Daten von DESTATIS*, welche auf Deutschland beschränkt sind. Wir werden Daten zu

  • Konsumgütern und
  • Mobilität

betrachten und interpretieren.

Der Beitrag wurde mit Cadenza Workbooks 2021 erstellt.


Kaufverhalten

Um herauszufinden, wie sich das Kaufverhalten vor und während der ersten Infektionswelle geändert hat, haben wir entsprechende Daten in Cadenza geladen, betrachtet und analysiert. In der Abbildung sehen wir den Absatzindex folgender Konsumgüter über die Zeit:

  • Seife
  • Toilettenpapier
  • Mehl
  • Desinfektionsmittel
  • Hefe
Auswirkungen des Coronavirus: Diagramm zum Absatzindex bestimmter Konsumgüter über die Zeit

Abb. 1: Auswirkungen des Coronavirus auf den Kauf bestimmter Güter über die Zeit

Auf den ersten Blick sehen wir in Abbildung 1: Zwischen Februar und April schnellen die Verkäufe dieser Konsumgüter schlagartig nach oben. Welche Ereignisse gingen diesen Anstiegen wohl voraus? Schon als Anfang des Jahres 2020 das Coronavirus präsenter in den Medien auftauchte, war ein deutlicher Anstieg von Desinfektionsmittelkäufen zu verbuchen. Die Zahlen stiegen dann beim Auftreten der ersten Infektion in Deutschland Ende Februar 2020 drastisch nach oben. Das Hygienebewusstsein scheint sich zu dieser Zeit intensiviert zu haben: Seife wurde ebenfalls vermehrt gekauft.

Wir alle kennen es noch aus den Nachrichten: Auch das Toilettenpapier verbuchte deutliche spontane Anstiege. Den Höhepunkt erreichten die Toilettenpapierverkäufe zu Beginn des bundesweiten Kontaktverbots Mitte März letzten Jahres. In den darauffolgenden Wochen gingen die Käufe wieder deutlich zurück, bis es Anfang April sogar – vermutlich aufgrund der großen Vorräte, die sich einige Bürger angeschafft hatten – ein Tief erlitt. Auch die Mehl- und Hefekäufe lassen einen kurzzeitigen Anstieg erkennen. Dieser erstreckt sich ebenso über den Eintritt des ersten Falls in Deutschland bis hin zum bundesweiten Kontaktverbot und weiter.

Bis September hatten sich die Verkaufszahlen wieder nahezu normalisiert, mit Ausnahme von Seife und Desinfektionsmitteln. Diese sind immer noch deutlich über den Käufen des Vorjahres. Leider liegen uns nur Daten bis Ende September vor. Für eine spannende weiterführende Analyse wäre eine Betrachtung der Käufe im Zusammenhang mit dem zweiten Lockdown sehr gut geeignet.

Mobilität

Auch um herauszufinden, ob sich etwas an der Mobilität geändert hat, haben wir entsprechende Daten in Cadenza geladen, betrachtet und analysiert. Schon beim ersten Blick auf das gesamte Dashboard (Abbildung 2) fällt direkt auf: die Mobilität in Deutschland ging im Jahr 2020 deutlich zurück. Eine genaue Untersuchung der Diagramme erscheint sinnvoll.

Auswirkungen des Corona-Virus: Dashboard zur Mobilität in Deutschland

Abb. 2: Auswirkungen des Corona-Virus auf die Mobilität in Deutschland

Im oberen Diagramm des Dashboards wird der Flugverkehr über die Zeit dargestellt. Die Zeitspanne reicht von 2008 bis 2020 – somit ist ein umfangreicher Vergleich über mehrere Jahre möglich. Dieses Säulendiagramm bildet eine sehr schöne und deutliche saisonale Kurve ab. Wir können sehen, dass die Hauptreisezeit in Deutschland im Sommer ist. Auch, dass jedes Jahr kontinuierlich mehr Personen zu Flugreisen tendieren, können wir leicht ablesen. Der Anstieg ist beinahe linear. Die Auswirkungen des Coronavirus sind ebenfalls sehr deutlich zu erkennen: Seit Anfang 2020 findet ein enormer Rückgang der Flugreisen statt. Ein Vergleich der Spitzenwerte macht dies nochmal deutlich: 2019 waren es zur Hauptsaison ca. 25 Millionen Flugpassagiere; 2020 hingegen nur noch knapp sechs Millionen.

Das untere Diagramm in Abbildung 2 vermittelt uns einen genaueren Eindruck über die Mobilität im Personenverkehr im Jahr 2020. Es handelt sich um die tägliche prozentuale Veränderung im Fernverkehr im Vergleich zum Vorjahr. Dabei werden verschiedene Verkehrsmittel mit Distanzen von über 50 Kilometern berücksichtigt. Sowohl der Schienen- als auch der Straßen- und der innerdeutsche Flugverkehr sind mit dem Einsetzen der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie Mitte März 2020 stark zurückgegangen.

  • Der Flugverkehr hat sich bis heute nicht erholt, auch, wenn sich die saisonale Kurve noch minimal abzeichnet.
  • Schon im Laufe des Aprils sanken die täglich mit der Bahn zurückgelegten Fahrten um durchschnittlich 88% gegenüber dem Vorjahreswert. Zwischen Ende April und Anfang August stieg die Zahl wieder stetig an. Dennoch lag sie im Tagesdurchschnitt noch rund 30% unter dem Vorjahresniveau. Danach stellte sich ein erneuter Rückgang ein.
  • Noch am wenigsten betroffen scheint der Straßenverkehr zu sein. Nachdem dieser anfänglich auch stark absackte, erreichte dieser im Sommer wieder Werte wie im Vorjahr. Teilweise war sogar ein leichter Anstieg zu erkennen. Gegen Oktober sanken die Werte aber wieder ein wenig und sind seither nahezu konstant.

Im Spätjahr, mit dem erneuten Anstieg der Corona-Infektionen, sieht man einen Abwärtstrend. Die Zahl der täglich zurückgelegten Fahrten im Bahnfernverkehr liegen beispielsweise wieder bei bis zu 50% unter den Vorjahreswerten.

Auf Basis dieser Erkenntnisse könnten nun weitere Fragestellungen vertieft werden, wie beispielsweise:

  • Inwieweit wirkt sich das Homeoffice auf die Mobilität der Menschen aus?
  • Wirkt sich der stark eingeschränkte Flugverkehr positiv auf die CO2-Bilanz Deutschlands aus?
  • Etc. …

Wie Sie in diesem Beitrag gesehen haben, konnten unsere Eindrücke durch die vorliegenden Daten bestätigt werden. Einige Konsumgüter – unter anderem das Toilettenpapier – wurden zeitweise deutlich häufiger verkauft. Außerdem ist die Mobilität in Deutschland drastisch gesunken. Es zeigt sich, dass Sie mit Cadenza Daten jeglicher Art analysieren können.