Daten zur Fußball-EM im Dashboard analysieren

Wie Sie Daten zu den vergangenen Europameisterschaften in Cadenza auswerten und im Dashboard visuell ansprechend darstellen.

Das Ereignis, auf welches viele von uns nun schon seit drei Jahren warten, findet statt: die Fußball-Europameisterschaft 2020. Das um ein Jahr verschobene Turnier zieht viele Menschen in seinen Bann.

Doch welche Länder waren eigentlich in den vergangenen Jahren Gastgeber und wie oft? Wer war wann „Spieler des Turniers“? Und wo wurde denn die erste EM überhaupt ausgetragen? Solche Informationen geraten nach den Turnieren oftmals schnell in Vergessenheit. Ein Grund für uns, das nochmal genau zu betrachten.

Die verwendeten statistischen Daten stammen von Wikipedia. Folgende Informationen über die vergangenen Fußball-EMs wurden in eine Datenbank eingespielt und stehen nun zur Analyse bereit:

  • Gastgeber
  • Gewinner
  • Anzahl der Tore
  • Anzahl der Spiele
  • Top Torschützen
  • die Nationalitäten der Spieler

In diesem Beitrag sehen Sie, wie Sie

  • neue oder auch in Vergessenheit geratene Erkenntnisse aus den Daten gewinnen und
  • die EM-Daten in einem Dashboard darstellen.

In einer Tabelle den ersten Überblick bekommen

Welche Länder sind die häufigsten Gewinner und Gastgeber der Fußball-EMs?

Für einen ersten Überblick schauen wir uns die Gastgeber und Gewinner der letzten Fußball-EMs an. Dank der einfachen Benutzung von Cadenza, können gewünschte Attribute einfach per Drag-and-drop in das Arbeitsblatt gezogen werden. Wussten Sie, dass die allererste Fußball-EM in Frankreich stattfand? Damals hatte die Sowjetunion das Turnier gewonnen (Abbildung 1, links).

Mit Hilfe der mehrdimensionalen Analyse (OLAP) können wir die Tabellenspalten einfach verschieben und so durch neue Blickwinkel auf die Daten weitere Erkenntnisse gewinnen.

Was uns zuerst interessiert, ist, welches Land die meisten Titel gewonnen hat. Dazu ändern wir die Gruppierung der Daten, also den Aufbau der Tabelle, indem wir die hintere Spalte nach vorne verschieben. In der mittleren Tabelle ist dies dargestellt. Dort sehen wir, dass Deutschland (+ West Deutschland) sowie Spanien je drei – also die meisten – EM-Titel verbuchen können. Frankreich liegt bisher mit zwei EM-Titeln auf Platz zwei (Abbildung 1, Mitte).

Nun interessieren uns die Gastgeber. Welches Land durfte am häufigsten Gastgeber sein? Zur Beantwortung dieser Frage verschieben wir die Spalten ein weiteres Mal und erhalten wieder neue Erkenntnisse: Zwar liegt Frankreich in der Kategorie „Gewinner“ auf dem zweiten Platz, doch als Gastgeber der Fußball-EM fungierte Frankreich bisher am häufigsten: ganze dreimal. Italien und Belgien folgen direkt. Beide waren bisher zweimal Gastgeber. Für viele könnte überraschend sein, dass Deutschland bisher nur einmal Gastgeber einer Fußball-EM war; damals 1988 noch als West Deutschland (Abbildung 1, rechts).

: Drei Tabellen mit demselben Inhalt aber verschiedenem Blickwinkel auf die Daten zur Fußball-EM in der Datenanalyse-Software Cadenza

Abb 1.: Für neue Blickwinkel auf die Daten zur Fußball-EM die Spaltenreihenfolge der Tabelle ändern

Man könnte vermuten, dass Gastgeber-Mannschaften durch den Heimvorteil auch oftmals das Turnier gewonnen haben. Überprüfen wir diese Vermutung mit Hilfe von Abbildung 1, sehen wir, dass nur drei Mannschaften dies in einer Fußball-EM je erreicht haben:

  • 1964: Spanien
  • 1968: Italien
  • 1984: Frankreich


Die besten Spieler der Fußball-EMs:

Wer? Wann? Wie oft? Verschaffen wir uns nun noch einen Überblick über die Top Torschützen und die Spieler des Turniers.

Daten zu den Spielern des Turniers der Fußball-EMs in der Datenanalyse-Software Cadenza

Abb. 2: Spieler des Turniers der Fußball-EMs

Zuerst stellt sich uns die Frage: „Seit wann gibt es denn den Titel „Spieler des Turniers“?“. In der Tabelle aus Abbildung 2 erkennen wir, dass im Jahr 1996 erstmals ein Spieler des Turniers gekürt wurde. Bedeutet: Ganze neun Fußball-EMs fanden statt, bevor man den Titel einführte. Der erste, dem dieser Titel verliehen wurde, war der Deutsche Matthias Sammer. Seitdem hat kein weiterer deutscher Spieler diesen Titel erhalten. Jedoch durften sowohl Spanien als auch Frankreich schon zweimal einen Spieler des Turniers zum Kader ihrer Nationalmannschaft zählen. Auch ein griechischer Spieler erhielt bereits den beliebten Titel: im Jahr 2004, als Griechenland selbst Europameister wurde.

Neben den Spielern des Turniers gibt es noch eine weitere Ehre, die einem Spieler zuteilwerden kann: die meisten Tore des Turniers zu schießen und somit Top Torschütze zu werden.

Wieder können wir bereits mit Hilfe mehrdimensionaler Tabellen schnell an neue Erkenntnisse gelangen. Schon kleine Funktionalitäten wie das Top-N-Ranking und die regelbasierte Hervorhebung unterstützen uns visuell bei der Betrachtung der Daten: Abbildung 3 zeigt die Daten zu den Top Torschützen. Links ist eine Tabelle zu sehen, welche einen Überblick über die einzelnen Top Torschützen pro Turnier gibt. Farblich hervorgehoben sind alle Spieler, die mindestens fünf Tore in einer Fußball-EM geschossen haben.

Aber wie sieht es denn mit dem Ländervergleich aus? Welche Länder durften die meisten Top Torschützen zu ihrem Kader zählen? Um dies zu erfahren, müssen wir die Länder in Zusammenhang mit den Spielern bringen. In der mittleren Tabelle von Abbildung 3 haben wir dafür per Drag-and-drop das Jahr durch das Herkunftsland ersetzt. Wir sehen, dass Deutschland mit fünf Spielern die meisten Top Torschützen vorweisen kann, direkt gefolgt von ehemals Jugoslawien mit vier und dem Dreigespann Frankreich, Niederlande und Spanien mit je drei Top Torschützen.

Gehen wir nun auf die tiefste Ebene dieser Betrachtung, indem wir uns die Frage stellen: Welche Spieler haben die meisten Tore überhaupt während einer Fußball-EM geschossen? Die linke Tabelle aus Abbildung 3 gibt uns dazu Auskunft. Für eine übersichtlichere Betrachtung haben wir uns für eine Top-3-Tabelle entschieden. Bedeutet: Es werden nur die drei Top Torschützen in der Tabelle einzeln erwähnt. Die restlichen Torschützen und ihre Tore werden unter „Sonstige“ zusammengefasst. Wie aus der Tabelle ersichtlich ist, hat Michel Platini sage und schreibe 9 Tore (Fußball-EM 1984) geschossen. Die zweitmeisten Tore schoss Antoine Griezmann (Fußball-EM 2016). Er erzielte insgesamt 6 Tore. Es folgen auf dem dritten Platz gleich sechs Spieler mit je fünf Toren während einer Fußball-EM.

Verschiedene Betrachtungsmöglichkeiten der Top Torschützen der Fußball-EMs mit der Datenanalyse- und Reporting-Software Cadenza ermöglichen vielseitige Erkenntnisse

Abb 3.: Verschiedene Möglichkeiten der Darstellung der Top Torschützen der Fußball-EMs

In Abbildung 3 haben wir schon mit unterstützenden Visualisierungen, wie beispielsweise der Zwischensumme und der Hervorhebung, gearbeitet. Wir können das Ganze noch weiter visuell unterstützen und ausbauen: entweder durch andere Visualisierungstypen, wie beispielsweise Diagramme, oder eben durch weitere Hervorhebungen und Top-N-Rankings in der Tabelle.


In welcher Fußball-EM fielen durchschnittlich die meisten Tore?

Zuletzt schauen wir uns noch die insgesamt im Turnier gefallenen Tore an. Betrachtet man zuerst nur die Entwicklung der Anzahl der Tore, sieht es so aus, als wären die Spieler heutzutage um ein Vielfaches torfreudiger als früher. Zum Vergleich: Im gesamten Turnier der ersten Fußball-EM 1960 sind insgesamt 17 Tore gefallen. Die letzte EM 2016 konnte hingegen 108 Tore verbuchen.

Nehmen wir nun aber die Anzahl der ausgeführten Spiele pro Fußball-EM hinzu, sehen wir, dass diese mit den Jahren deutlich gestiegen ist. Gehen wir gedanklich nochmal zurück zu unserem letzten Beispiel: 1960 fanden nur vier Spiele statt. Da erscheinen 17 Tore gar nicht mehr so wenig. 2016, die Fußball-EM, in welcher 108 Tore fielen (absolut gesehen, war das apropos ein neuer Rekord), fanden hingegen 51 Spiele statt.

Um die Turniere gut miteinander vergleichen zu können, brauchen wir also den Durchschnitt. Wir nehmen diesen in unsere Tabelle auf und sehen: Im Durchschnitt unterscheiden sich die Turniere hinsichtlich der gefallenen Tore gar nicht so drastisch, wie zuerst angenommen. Die Werte pendeln sich zwischen 4,75 und 1,4 ein. Was wir feststellen können ist, dass im Jahr 1976 durchschnittlich am meisten Tore gefallen sind.

Noch besser lassen sich unsere Erkenntnisse in einem gruppierten Säulendiagramm anzeigen, zu welchem wir in Cadenza mit nur einem Klick wechseln können. Dieser Vorgang ist in Abbildung 4 zu sehen.

 

Fußball-EMs hinsichtlich gefallener Tore und Anzahl der Spiele mit der Datenanalyse- und Reporting-Software Cadenza vergleichen

Abb 4.: Fußball-EMs hinsichtlich gefallener Tore und Anzahl der Spiele vergleichen

Fußball-EM-Daten visuell ansprechend im Dashboard darstellen

Wir haben uns jetzt mit den flexiblen Datendarstellungen in Tabellen in Cadenza einen Überblick über die Daten verschafft. Mit diesen Informationen stellen wir uns nun mit der Hilfe von Cadenza in wenigen Minuten und ganz einfach ein informatives und visuell ansprechendes Dashboard zusammen. Dabei bietet die Datenanalyse-Software viele Möglichkeiten zur Gestaltung. Wir arbeiten mit verschiedenen Elementen:

  • Text-Elemente zur Informationswiedergabe und Strukturierung
  • Tabellen mit Hervorhebungen, um Informationen zu Deutschland farblich zu markieren
  • Liniendiagramme, um zeitliche Verläufe darzustellen

Durch die Darstellung im Dashboard können wir verschiedene Inhalte gleichzeitig betrachten und haben so die Möglichkeit, verschiedene Blickwinkel einzunehmen. Tragen wir die wichtigsten Informationen zusammen, erhalten wir folgendes Dashboard:

 

Ein Fußball-EMs Dashboard mit der Datenanalyse- und Reporting-Software Cadenza erstellen

Abb 5.: Fußball-EM-Dashboard

Tabelle in der Datenanalyse-Software Cadenza zur Fußball-EM 2012 mit drei Top Torschützen mit dem Vornamen „Mario“

Abb 6.: Top Torschützen 2012

Cadenza bietet noch viele weitere Features und visuelle Möglichkeiten zur Gestaltung von Dashboards. Sie können aus einer Vielzahl von Visualisierungsmöglichkeiten, wie z. B. verschiedensten Diagrammen oder Karten, wählen und deren Darstellung anpassen. Mit den Self-Service-Möglichkeiten können Sie sogar Ad-hoc-Analysen ganz ohne lästige Vorbereitungszeit durchführen.

Noch ein kleiner Funfact zum Abschluss: 2012 gab es sechs Top-Torschützen, die je drei Tore geschossen haben. Drei davon tragen zufälliger Weise den Vornamen „Mario“ (Abbildung 6). Ob es danach in Europa zu mehr Babys mit dem Vornamen Mario kam, untersuchen wir ein anderes Mal.