Die Oscars 2026: Zwischen Glamour und Datenanalyse

In Teil 1 unserer zweiteiligen Datenstory werfen wir einen analytischen Blick hinter die Kulissen des Kult-Filmpreises und schauen uns die erfolgreichsten Schauspieler:innen der Oscar-Geschichte mithilfe unserer Business & Location Intelligence-Software disy Cadenza genauer an.

Anlässlich zur Oscar-Verleihung 2026: Datenstorys mit disy Cadenza – Analyse zur Geschichte der Oscars. Im Fokus von Teil 1: Beste Schauspieler:innen.

Am 15. März 2026 richten sich die Augen der Filmwelt wieder auf die Academy Awards. Seit fast einem Jahrhundert gilt die Oscarverleihung als das glamouröse Highlight Hollywoods – und als Gradmesser für schauspielerische Exzellenz. 97 Jahre Filmgeschichte bedeuten unzählige Nominierungen und beeindruckende Karrieren.

Doch wer konnte die Academy besonders häufig überzeugen? Welche Schauspielerinnen und Schauspieler wurden mehrfach als beste Haupt- oder Nebendarsteller:innen ausgezeichnet? Und gibt es wiederkehrende Namen oder überraschende Rekorde? In diesem ersten Teil widmen wir uns ganz den großen Gewinner:innen vor der Kamera. Im zweiten Teil richten wir das Spotlight dann auf verschiedene Aspekte rund um die besten Oscar-prämierten Filme.

Glanzvoll und standorttreu: Wo der Oscar zu Hause ist

Zum Einstieg schauen wir uns die Location an. Die Oscars sind eines der größten Medienereignisse der Welt – und dabei geografisch erstaunlich konstant. Seit der ersten Verleihung am 16. Mai 1929 fanden alle 97 Verleihungen fast ausschließlich in Los Angeles statt, nur 13 verschiedene Veranstaltungsorte wurden insgesamt genutzt.

Austragungsorte der Oscars als Cluster in der Karte in der Datenanalyse-Software disy Cadenza darstellen.

Abb. 1: Austragungsorte der Oscar-Verleihung

Überraschenderweise liegt der Dorothy Chandler Pavilion mit 25 Austragungen knapp vor dem heute ikonischen Dolby Theatre, das 23-mal Gastgeber war. Ein Blick auf die Karte (Abb. 1) zeigt die wenigen Ausnahmen und die starke Konzentration auf Kalifornien. 

In den frühen Jahren (1929–1932) gab es oftmals mehrere Orte pro Verleihung, unter anderem auch an der Ostküste. In den 1950er Jahren wurden aufgrund technischer Herausforderungen, die die ersten TV-Ausstrahlungen mit sich brachten, ebenfalls mehrere Veranstaltungsorte gewählt. Eine weitere Ausnahme bildet 2021. Während der Corona-Pandemie fiel die Wahl bewusst auf mehrere Locations für eine Verleihung. Geografischer Hotspot ist dennoch Los Angeles.

Top-Oscar-Gewinnerinnen in der Kategorie „Beste Hauptdarstellerin“ in der eingefärbten Tabelle in der Datenanalyse-Software disy Cadenza darstellen.

Abb. 2: Top-Gewinnerinnen „Beste Hauptdarstellerin“

Von Katharine Hepburn bis Meryl Streep: Das sind die Top-Oscar-Gewinnerinnen

Die Oscar-Gewinnerinnen als beste Hauptdarstellerinnen vereinen viele Größen der Schauspielkunst; von Legenden bis zu jungen Talenten.

An der Spitze unserer eingefärbten Tabelle (Abbildung 2) steht Katharine Hepburn mit vier gewonnenen Oscars als beste Hauptdarstellerin, gefolgt von Frances McDormand mit drei Oscars. Dazu kommt, dass ganze 13 Schauspielerinnen zwei Oscars vorweisen können. Eine besondere Rolle nimmt dabei Luise Rainer ein: Die deutsche Schauspielerin war die erste Person überhaupt, die zwei Oscars hintereinander (1937 und 1938) gewann, und bleibt bis heute die einzige deutsch geborene Gewinnerin in dieser Kategorie. Neben diesen historischen Figuren finden sich auch noch aktive Stars wie Emma Stone oder Hilary Swank unter den Preisträgerinnen. Insgesamt wurden bislang 80 Schauspielerinnen bei 98 Preisverleihungen ausgezeichnet.

Häufigste Nominierungen in der Kategorie „Beste Hauptdarstellerin“ in einem Balkendiagramm in der Datenanalyse-Software disy Cadenza darstellen.

Abb. 3: Häufigste Nominierungen als „Beste Hauptdarstellerin“

Häufig nominiert, selten ausgezeichnet

Erfolg misst sich bei den Oscars nicht nur in Siegen, sondern auch in der Häufigkeit der Nominierungen. In Abbildung 3 sehen wir: Insgesamt gab es bisher 242 nominierte Schauspielerinnen. An der Spitze der Nominierungen steht Meryl Streep mit 17 Nennungen – gewonnen hat sie davon zweimal. Auch Katharine Hepburn war häufig nominiert, insgesamt 12-mal.

Gewinnquoten in der Kategorie „Beste Hauptdarstellerin“ in der Tabelle in der Datenanalyse-Software disy Cadenza darstellen.

Abb. 4: Beste Gewinnquote als „Beste Hauptdarstellerin“

Mithilfe des Features „berechnete Attribute“ in disy Cadenza erhalten wir neue Daten (Abbildung 4). Sie verraten uns die Gewinnquote aller Schauspielerinnen, also das Verhältnis von Gewinnen zu Nominierungen. Zu erkennen sind interessante Muster: Viele der 100%-Gewinnerinnen, wie etwa Grace Kelly, wurden nur ein- oder zweimal nominiert und nutzten diese Chancen direkt. Im Gegensatz dazu fällt Meryl Streep auf: Mit 17 Nominierungen und nur zwei Siegen liegt ihre Gewinnquote bei gerade einmal rund 12 %. Sie ist damit die „große Verliererin“ im Verhältnis von Nominierungen zu Erfolgen. Auch Top-Gewinnerin Katharine Hepburn schneidet in diesem Vergleich nicht überragend ab: Sie war zwölfmal nominiert, gewann aber nur viermal – also in einem Drittel ihrer Nominierungen. Große Gewinnerin ist in diesem Zusammenhang Frances McDormand. Dreimal nominiert, dreimal gewonnen.

Top-Oscar-Gewinner in der Kategorie „Bester Hauptdarsteller“ in der eingefärbten Tabelle in der Datenanalyse-Software disy Cadenza darstellen.

Abb. 5: Top-Gewinner „Bester Hauptdarsteller“

Die Oscar-Gewinner: Daniel Day-Lewis an der Spitze

Auch bei den männlichen Gewinnern in der Kategorie „Bester Hauptdarsteller“ dominieren bekannte Hollywood-Größen. Namen wie Marlon Brando, Tom Hanks, Jack Nicholson und Daniel Day-Lewis tauchen besonders häufig auf. Daniel Day-Lewis führt die Tabelle (Abbildung 5) mit drei gewonnenen Oscars an und ist damit der erfolgreichste Schauspieler in dieser Kategorie.

Insgesamt konnten zehn weitere Schauspieler jeweils zwei Oscargewinne verbuchen. Zusammengenommen gab es bislang 86 ausgezeichnete Gewinner.

Zwischen Freude und Enttäuschung: Nominierungen als „Bester Hauptdarsteller“

Häufigste Nominierungen in der Kategorie „Bester Hauptdarsteller“ in einem Balkendiagramm in der Datenanalyse-Software disy Cadenza darstellen.

Abb. 6: Häufigste Nominierungen als „Bester Hauptdarsteller“

Bei den Nominierungen (Abbildung 6) rücken teilweise ganz andere Namen in den Fokus als bei den Gewinnern, wie beispielsweise Schauspieler wie Paul Newman mit acht oder Denzel Washington mit sieben Nominierungen.

An der Spitze der Nominierungsliste steht jedoch Spencer Tracy: Er wurde insgesamt neunmal nominiert, konnte den Oscar aber „nur“ zweimal mit nach Hause nehmen. Insgesamt gab es bislang 249 nominierte Schauspieler – ein breites Feld, in dem sich nur wenige dauerhaft durchsetzen konnten.

Gewinnquoten in der Kategorie „Bester Hauptdarsteller“ in der Tabelle in der Datenanalyse-Software disy Cadenza darstellen.

Abb. 7: Beste Gewinnquote als „Bester Hauptdarsteller“

Auch bei den Schauspielern zeigt der Blick auf die relativen Zahlen in Abbildung 7 ein differenziertes Bild. Viele – 30 – von ihnen konnten bei ihrer einzigen Nominierung direkt gewinnen und weisen damit eine Quote von 100 % auf. Danach folgen direkt Gewinner mit einer Gewinnquote von 50%; dazwischen gibt es nichts.

Leonardo DiCaprio – lange bekannt als Sinnbild für häufige Nominierungen ohne Auszeichnung, bis er 2015 schließlich für seine Rolle in The Revenant seinen ersten und einzigen Oscar als „Bester Hauptdarsteller“ gewann – schneidet im Vergleich dennoch solide ab: Mit einem Gewinn aus fünf Nominierungen liegt seine Erfolgsquote bei 20 %. Deutlich schlechter fällt die Bilanz von Paul Newman aus. Er gewann nur einen Oscar bei insgesamt acht Nominierungen – das entspricht rund 13 %.

Die beste Bilanz weist Adrien Brody auf: Zweimal nominiert, zweimal gewonnen, 100-Prozent-Quote. Daneben gibt es duzende weitere Schauspieler mit einer 100-Prozent-Quote; nur eben mit einem Gewinn aus einer Nominierung.

Glanzlichter der Nebenrollen

Die Kategorien „Beste Nebendarstellerin“ und „Bester Nebendarsteller“ wurden erst im Jahr 1937 – zur 9. Oscar-Verleihung – eingeführt. Seitdem wurden die Preise insgesamt 89-mal verliehen. 

Top-Oscar-Gewinnerinnen und Nominierungen in der Kategorie „Beste Nebendarstellerin“ im Dashboard in der Datenanalyse-Software disy Cadenza analysieren.

Abb. 8: Top-Gewinnerinnen und Nominierungen „Beste Nebendarstellerin“

Abbildung 8 zeigt ein dazu passendes Dashboard in disy Cadenza.

Bei den Frauen gibt es insgesamt 87 Gewinnerinnen. Nur zwei Schauspielerinnen wurden in dieser Kategorie zweimal ausgezeichnet: Diane Wiest und Shelley Winters.

Bei den Nominierungen der Frauen ergibt sich ein noch breiteres Feld: Insgesamt wurden bisher 283 Schauspielerinnen nominiert. An der Spitze steht Thelma Ritter mit sechs Nominierungen, gefolgt von Amy Adams mit fünf. Bereits danach tauchen Meryl Streep – die Nominierungs-Königin bei den Hauptrollen – und Maggie Smith (bekannt als Professor McGonagall aus der Harry Potter-Filmreihe) mit jeweils vier Nominierungen auf.

Auch für die besten Nebendarsteller gibt es ein Übersichts-Dashboard (Abbildung 9): Walter Brennan hält den Rekord mit drei Siegen als bester Nebendarsteller. Insgesamt haben 80 verschiedene Männer diesen Preis gewonnen. Viele der Gewinner sind eher unbekannt, mit einigen Ausnahmen – zum Beispiel Christoph Waltz, der österreichische Schauspieler aus Filmen wie Django Unchained.

Acht Schauspieler wurden viermal für den Oscar als bester Nebendarsteller nominiert, darunter bekannte Namen wie Al Pacino, Jack Nicholson und Mark Ruffalo. Insgesamt gab es bisher 337 Männer, die in dieser Kategorie nominiert wurden.

Top-Oscar-Gewinner und Nominierungen in der Kategorie „Bester Nebendarsteller“ im Dashboard in der Datenanalyse-Software disy Cadenza analysieren.

Abb. 9: Top-Gewinner und Nominierungen „Bester Nebendarsteller“

Damit sind wir am Ende von Teil 1 unserer Oscar-Datenstory angekommen. Sie dürfen bereits gespannt auf Teil 2 sein. Dort werfen wir den Scheinwerfer auf die Greatest of All Time, die beste Regie und vor allem auf die besten Filme und deren Erfolgsrezept.

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