Beziehungsgeflechte mit Cadenza und IBM i2 ANB analysieren

Durch die Kopplung mit IBM i2 Analyst’s Notebook (ANB) bietet Cadenza Zugang zu Analysen von Beziehungsgeflechten. Das enge Zusammenspiel von Netzwerk- und Geoanalysen eröffnet dann neue Möglichkeiten beim Erkenntnisgewinn.

 Beziehungsgeflechte mit Cadenza und IBM i2 ANB analysieren

Als Data-Discovery-Werkzeug hilft Cadenza seinen Anwendern dabei, Daten zu erkunden und zu analysieren. Ziel ist es, Besonderheiten und Zusammenhänge in den Daten zu erkennen, herauszuarbeiten und adäquat darüber zu berichten. Es ist aber nicht einfach, in tabellarischen Datenkolonnen die interessanten Zusammenhänge und die aktuellen Entwicklungen zu entdecken. Die kontextsensitiven Filter von Cadenza helfen dabei, das Wesentliche herauszuarbeiten. Aber die Zusammenhänge sind oft tiefer verborgen und tabellarisch nur schwer darstellbar. Hier hilft die Visualisierung der Daten.

Analyse geografischer Zusammenhänge

Wenn die Daten einen geografischen Kontext haben, ist die Visualisierung in interaktiven Karten ein mächtiges Werkzeug, um die Zusammenhänge darzustellen. Schon im Jahr 1854 hat der Arzt Dr. John Snow mit seiner berühmten "Ghost Map", in der er die Verteilung der Cholerafälle im Londoner Stadtteil Soho kartierte, den Zusammenhang zwischen Cholera und Trinkwasser visualisiert und somit aufgedeckt. Gerade Cadenza bietet über die Möglichkeit, jederzeit zwischen Tabellen und Kartenansichten zu wechseln und flexibel thematisch klassifizierte Darstellungen, Clusterdarstellung und Heatmaps zu erzeugen, ideale Möglichkeiten, Zusammenhänge aufzuzeigen.

Abb. 1: Die "Ghost Map" von John Snow
Abb. 2: Cadenza-Darstellung der Choleraopfer

Analyse netzwerkartiger Strukturen

Neben den geografisch herleitbaren Zusammenhängen können in den Daten aber auch abstraktere Abhängigkeiten modelliert sein. Besonders interessant sind Daten, die Beziehungen in netzwerkartigen Strukturen dokumentieren, in denen zeitbezogene Handlungen geschehen. Solche Daten hat man oft in der Kriminalistik, wenn Tatorte und Beweismittel miteinander in Beziehung gesetzt werden, um Muster aufzuzeigen und so Tathergänge zu rekonstruieren, aber auch bei Finanztransaktionen und Kundenbeziehungen sowie der Dokumentation von Kapitalverflechtungen.

Selbst geübte Experten müssen sich intensiv mit den Daten auseinandersetzen, um eine lebendige Vorstellung von den Eigenschaften des darin enthaltenen Netzwerks zu gewinnen und den gesuchten oder vermuteten Vorgang zu erkennen und herauszuarbeiten. Auch hier ist die entscheidende Frage, wie sich das komplexe Netzwerk so darstellen lässt, dass seine wesentlichen Eigenschaften gut lesbar werden.

Netzwerkanalysen mit IBM i2 Analyst’s Notebook

Abb. 3: Beispiel einer Netzwerkanalyse in IBM i2 Analyst’s Notebook

Für solche Aufgaben gibt es zahlreiche Softwaretools mit unterschiedlichem Funktionsumfang – so zum Beispiel das weltweit führende Tool „IBM i2 Analyst’s Notebook“ (ANB), für das Disy jetzt eine Schnittstelle zu Cadenza entwickelt. Mit ANB lassen sich Daten aus verschiedenen Quellen in einer homogenen Visualisierungsoberfläche zusammenführen. Sowohl die Sichtung der Daten als auch die Analyse geschieht über ein visuelles Interface. Innerhalb kurzer Zeit zeigen sich so die versteckten Zusammenhänge und Muster. Diese mehrdimensionalen Analysen erfolgen auf Basis von Entity-Link-Property-Modellen (ELP) und können auf verschiedene Arten stattfinden.

Zum einen bietet ANB die Möglichkeit der Netzwerkanalyse. Hierbei werden Entitäten und deren Relationen in einem ELP-Schema erfasst und können in einem Graphen dargestellt werden.

Des Weiteren können mit ANB Zeitreihenanalysen durchgeführt werden, die immer dann sinnvoll sind, wenn die Visualisierung eines zeitlichen Ablaufs oder Verlaufs einen zusätzlichen Erkenntnisgewinn verspricht. Eine dritte Variante – neben Netzwerkanalyse und Zeitreihe – sind Histogramme, die eine simple, aber effiziente Methode darstellen, um einen schnellen Überblick über die Häufigkeitsverteilungen innerhalb der Daten zu bekommen.

Mehrwerte durch Kopplung von Cadenza mit IBM i2 Analyst’s Notebook

Um Cadenza-Anwendern auch die Analyse von komplexen Netzwerkstrukturen zu ermöglichen, wird derzeit eine Schnittstelle zwischen Cadenza und ANB entwickelt, welche die beiden Systeme eng koppelt. Die Schnittstelle ist auf den bidirektionalen Austausch von Informationsobjekten ausgelegt. Dadurch ergeben sich viele Mehrwerte und Synergien, die über die isolierte Nutzung der beiden Technologien hinausgehen. Durch die Schnittstelle bekommen Cadenza-Nutzer erstmals einen Zugang aus Cadenza zu Funktionen zur Visualisierung und Analyse netzartiger Strukturen.

Abb. 4: Zusammenspiel der Schnittstelle von Cadenza und ANB
Abb. 4: Zusammenspiel der Schnittstelle von Cadenza und ANB

Durch die hervorragenden Möglichkeiten, die Cadenza für die Aufbereitung und Filterung – auch der räumlicher Filterung - von Informationen bietet, kann der Datenumfang, der in ANB bei der Analyse berücksichtigt werden soll, gezielt eingeschränkt werden. Das ist ein deutlicher Mehrwert, weil in der Regel bei Analysen komplexer Netzwerke das Datenvolumen exponentiell ansteigt und dadurch flüssiges Arbeiten erschwert ist.

Weiterhin haben solche Daten oft mehrdimensionale Eigenschaften und beinhalten sowohl geografische wie netzwerkbasierte Zusammenhänge. Nachdem mit ANB das Beziehungsnetzwerk analysiert und visuell dargestellt wurde, können die Ergebnisse wieder über die Schnittstelle zurückgespielt, kartografisch in Cadenza dargestellt und bei Bedarf in Cadenza-Reports eingebunden werden. Dieser fließende Übergang zwischen komplexen Netzwerk- und Geoanalysen mit ihrer räumlichen Darstellung in der Karte ist ein echter Mehrwert.

Disy entwickelt die ANB-Schnittstelle gemeinsam mit dem IBM-Vertriebspartner Schönhofer Sales & Engineering GmbH, der über langjähre Erfahrung mit dem Einsatz des IBM-i2-Analysewerkzeugs im Behördenumfeld verfügt. Die Schnittstelle wird voraussichtlich in der Version Cadenza Spring 2019 verfügbar sein.