Geodateninfrastrukturen für mehr Effizienz in den Verwaltungsprozessen

Egal, ob es um die Entscheidungsvorbereitung, die schnelle Reaktion auf Ereignisse oder die Information von Bürgern geht: Moderne Geodateninfrastrukturen (GDI), die als zentraler Querschnittsdienst angelegt sind, unterstützen Fachbehörden effizient bei ihren Aufgaben.

Umwelt-, Verkehrs-, Infrastruktur- und Landwirtschaftsverwaltung, Verbraucherschutz, Gesundheitswesen oder Innere Sicherheit: Seit vielen Jahren begleiten wir unsere Kunden beim Aufbau von Geodateninfrastrukturen (GDI). Nur eine gut durchdachte und strukturierte GDI sichert den schnellen Zugriff auf aussagefähige Analysen und anschauliche Visualisierungen von Fach- und Geodaten. Obwohl der Nutzen auf der Hand liegt, ist die Bereitstellung einer zentralen Infrastruktur für Sach- und Geodaten noch nicht selbstverständlich.

Viele Organisationen verwalten ihre Daten ausschließlich in separaten Fachverfahren und Fachanwendungen, was eine organisationsweite Nutzung und Wiederverwendung erschwert, insbesondere wenn es um interdisziplinäre Fragestellungen – auch über administrative Grenzen hinweg – geht. Es wird Zeit, über die zentrale Bereitstellung aller Daten nachzudenken – nicht nur zur Erfüllung gesetzlicher Auflagen, sondern primär zur Effizienzsteigerung der eigenen Verwaltungsprozesse. Dadurch werden gleichzeitig Kosten und Aufwände reduziert und die Qualität und Verfügbarkeit der Daten verbessert, wie es beispielsweise auch die kürzlich gestartete Umsetzung der Geodateninfrastruktur im Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) zeigt.

Konkret umgesetzt wird die offene Datenhaltung üblicherweise in einem Data-Warehouse, beispielsweise auf Basis von Oracle oder PostgreSQL, mit den entsprechenden Funktionen von Oracle Locator/Spatial bzw. PostGIS zur Geodatenspeicherung und -verarbeitung. Hier werden die Daten aller Fachbereiche mit extern lizensierten oder offenen Daten zusammengeführt und für die jeweilige Nutzung aufbereitet. Zur einmaligen Zusammenführung der Daten, aber auch zur konstanten Aktualisierung werden sogenannte Geo-ETL-Werkzeuge genutzt, wie das Datenintegrationswerkzeug Talend mit der Erweiterung „GeoSpatial Integration“ für die Verarbeitung von Geodaten.

Beim Aufbau einer GDI geht es aber nicht nur um Daten. Je nach Aufgabe sollte die Geodateninfrastruktur auch Funktionen bereitstellen, sprich technische Dienste oder ganze Anwendungen als Querschnittsdienst. Dazu gehören zum Beispiel Geocoding- und Routing-Dienste, klassische GIS-Anwendungen, aber auch komplette Anwendungen wie Cadenza, die die Nutzer direkt bei der Ad-hoc-Datenanalyse unterstützt oder ihnen ermöglicht, pixelgenaue PDF-Berichte auf Knopfdruck zu erstellen – und zwar für alle Daten der Infrastruktur.

In Fachbehörden auf Bundes- und Landesebene hat sich als Grundlage für eine optimal funktionierende Geodateninfrastruktur die Disy-Software Cadenza bewährt. Sie fungiert als Plattform, die die Daten, Dienste und Anwendungen als Teil der Infrastruktur zentral bereitstellt. Das gewährleistet ausreichend Flexibilität für die Fachanwender und stellt zugleich über eine feingranulare Benutzerverwaltung sicher, dass nur berechtigte Personen Zugriff auf Daten und Analysen erhalten.

Geodateninfrastrukturen erfüllen gesetzliche Vorgaben wie die EU-Richtlinie INSPIRE oder das deutsche Geodatenzugangsgesetz, aber – und das ist wesentlich wichtiger– sie liefern auch einen immensen internen Nutzen. Sie ermöglichen es öffentlichen Verwaltungen und Fachbehörden auf der Grundlage von Daten, treffsichere Entscheidungen vorzubereiten, schnell auf Ereignisse zu reagieren, Bürger und Politik zu informieren oder langfristig zu planen.

Mehr zum Thema Aufbau und Nutzen von Geodateninfrastrukturen lesen Sie in unserem Beitrag in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Innovative Verwaltung. Planen Sie, eine zentrale Infrastruktur für Geodaten in Ihrer Organisation einzuführen? Zu allen Fragen rund um dieses Thema stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung, denn Daten und Geodaten sollten für alle da sein.