Baden-Württemberg probt bei Seuchenschutzübung den Ernstfall

Beim Aufbau des Wildtierportals Baden-Württemberg hat Disy mit der Erfassung der Jagdstrecken einen Meilenstein erreicht. Die auf Cadenza basierende Lösung kam bei einer Seuchenschutzübung zum Einsatz und erwies sich als äußerst nützlich.

Baden-Württemberg probt bei Seuchenschutzübung den Ernstfall

Es ist nur eine Frage der Zeit, sagen Experten, bis die Afrikanische Schweinepest auch Deutschland erreicht. Die gefährliche Viruserkrankung, die Wild- und Hausschweine gleichermaßen befallen kann, ist in den letzten Jahren weltweit auf dem Vormarsch und kürzlich auch in Belgien und Frankreich aufgetreten. Das Land Baden-Württemberg möchte auf den Ernstfall vorbereitet sein und hat im November 2018 im Rahmen einer Seuchenschutzübung den Ernstfall geprobt. Zum Einsatz kam hier auch das gemeinsam vom Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg (LGL) und Disy entwickelte digitale Wildtierportal. Einmal mehr erwies sich das auf Cadenza basierende Informationssystem als äußerst nützlich.

„Ursprünglich ging es uns einfach nur darum, die Erfassung der Daten für die Forst- und Jagdverwaltung zu digitalisieren. Das lief lange Zeit in vielen Bereichen analog und erzeugte unnötigen Zusatzaufwand“, erklärt Ralf Noack, zuständiger Projektleiter beim LGL. „Deshalb haben wir im Juli 2018 begonnen, an einer landesweiten digitalen Lösung zu arbeiten, die inzwischen schon recht weit fortgeschritten ist.“

Zukünftig werden alle Jägerinnen und Jäger ihre Jagdstrecken digital erfassen können. Zur Sicherstellung der Datenqualität hat Disy bei der Datenerfassung eine Validierung der Eingabefelder integriert. Nach Abschluss der Entwicklungs- und Testphase wird die jährliche Streckenliste an die zuständige Jagdbehörde mit einem Knopfdruck schnell und einfach zu senden sein. Gleichzeitig werden die Jägerinnen und Jäger auf einen Blick sehen, was sie in diesem Jahr erlegt haben. Sie können diese Daten statistisch auswerten und auch mit den Vorjahresergebnissen vergleichen.

Personalisierte Jagdstreckenerfassung mit Cadenza Web
Personalisierte Jagdstreckenerfassung mit Cadenza Web

„Ein ganz wichtiges Merkmal bei dieser Anwendung ist, dass hier jeder Nutzer eine eigene Bildschirmansicht auf seine Daten haben wird“, sagt Ralf Noack. Cadenza bietet die Möglichkeit, eine feingranulare Rollen- und Rechteverteilung einzurichten. Das weiß das LGL sehr zu schätzen, denn hierdurch können die Administratoren exakt steuern, wer welche Daten und Auswertungen sehen und nutzen darf.

Parallel zur digitalen Streckenerfassung wird die Erfassung und Pflege der Reviergrenzen auf Basis von Cadenza Web umgesetzt. Es wird erstmalig ein landesweit einheitlicher Revier-Layer angelegt, der Grenzverläufe und wichtige Informationen zu allen Jagdrevieren in Baden-Württemberg enthält. Mit Cadenza lassen sich dann auch Gebietsänderungen bearbeiten, bei denen sich Erfassungs- und Geltungszeitpunkt unterscheiden. GIS-Funktionen von Cadenza, wie beispielsweise das Snapping auf vorhandene Gemeinde- und Flurstück-Layer, haben sich hier als praktisches Werkzeug für eine schnelle Umsetzung der Anforderungen erwiesen.   

Geführte Reviergrenzenerfassung auf Basis von Cadenza Web
Geführte Reviergrenzenerfassung auf Basis von Cadenza Web

Wie wichtig eine solche digitale Forst- und Jagdverwaltung ist, zeigt sich aber nicht nur im Alltag aller Beteiligten, sondern ganz besonders in Ausnahmesituationen, denn hier gilt es, schnell zu reagieren und alle Informationen zu bündeln. Ralf Noack war live dabei, als mit der Seuchenschutzübung im letzten Jahr der Ausnahmefall simuliert wurde. Direkt nach dem Auffinden eines toten Wildschweinkadavers wurde über das Wildtierportal eine Meldung über den Fundort abgesetzt. Das sei wichtig, um alle danach folgenden Maßnahmen punktgenau koordinieren zu können – vor allem die Einrichtung der vorgeschriebenen Sperrzonen. Dabei hat sich aber auch gezeigt, dass gerade im Wald nicht immer eine verlässliche Funkverbindung zur Verfügung steht.

Cadenza im Einsatz bei der Seuchenschutzübung des MLR im November 2018:

Deshalb wurde Disy vom LGL beauftragt, zusätzlich eine mobile Lösung zur Verfügung zu stellen, die auch offline nutzbar ist und mit der kartenbasiert Seuchenverdachtsfunde erfasst werden können. „Das wurde perfekt umgesetzt. Basierend auf der Disy-App „Cadenza Mobile“ wurde eine Ad-hoc-Lösung geschaffen, die alles kann, was wir brauchen“, lobt Ralf Noack. „Auf mobilen Endgeräten können die eingesetzten Suchtrupps über die App nun alle Informationen aufnehmen.“

Intuitive Erfassung von Seuchenverdachtsfällen mit Cadenza Mobile
Intuitive Erfassung von Seuchenverdachtsfällen mit Cadenza Mobile

Mit dieser schrittweisen Entwicklung des Wildtierportals wird Baden-Württemberg in der Lage sein, modernen Anforderungen an die Jagd- und Forstverwaltung gerecht zu werden. „Wir liegen dabei bestens im Plan und haben noch eine ganze Reihe von Ideen, die zeitnah gemeinsam mit Disy umgesetzt werden sollen, zum Beispiel die digitale Meldung von Wildunfällen“, gibt Ralf Noack einen Ausblick in die nahe Zukunft.

Die aktuelle Bedeutung der Themen Wildtiermonitoring, Wildtierportale sowie Tierseuchenmanagement zeigte sich auch auf dem diesjährigen Disy Werkstattgespräch. An dem hierzu extra eingerichteten Thementisch „Jagd & Forst“ nahmen zahlreiche Bundes- und Landesvertreter aus Forst- und Landwirtschaftsbehörden, Verbraucherschutzeinrichtungen und Jagdverbänden teil. Präsentiert wurden produktive sowie in der Umsetzung befindliche Jagd- und Forstlösungen, die auf Cadenza basieren. Dabei zeigte sich, dass die flexible und durchgängige Cadenza-Plattform für Softwarelösungen des Jagd- und Wildtiermanagements die passende Basis ist.