Datenbereitstellung für INSPIRE und fachübergreifende Analysen

Die zentrale Datenföderierungsschicht (DFS) im LANUV nimmt Gestalt an und dient neben der Datenbereitstellung für INSPIRE auch der fachübergreifenden Datenanalyse. Wir berichten über den aktuellen Arbeitsstand, der den LANUV-Vertretern im April präsentiert wurde.

Datenbereitstellung für INSPIRE und fachübergreifende Analysen

Die Lage der Messstellen verschiedener Messnetze übersichtlich in Karten darstellen, die räumliche Beziehung zwischen Messstelle und Fachthemen des Umweltschutzes wie Boden, Luft und Wasser analysieren und in fachübergreifenden Themenkarten präsentieren, die mögliche Ausbreitung erfasster Luftschadstoffe simulieren oder einheitliche Berichte auf aktuell gefilterten Daten in wenigen Klicks aufrufen: Diese Fachaufgaben werden den Mitarbeitern in Nordrhein-Westfalen zukünftig viel einfacher von der Hand gehen. Denn das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) hat schon vor längerem den Aufbau einer zentralen Datenföderierungsschicht (DFS) beschlossen.

Die Bereitstellung der umweltrelevanten Fachdaten, die über diverse Messnetze in Nordrhein-Westfalen erhoben werden, gehört mit zum komplexen Aufgabenspektrum des LANUV. Diese Daten müssen sowohl gemäß den Anforderungen der INSPIRE-Richtline als auch Open-Data-konform verfügbar gemacht werden. Wie eine Art Datendrehscheibe soll die DFS zukünftig die Daten der verschiedenen Fachinformationssysteme zentral zur Verfügung stellen.

Darin werden die Daten der einzelnen Fachbereiche des LANUV interoperabel vorgehalten und für fachübergreifende Auswertungen bereitgestellt. Quasi nebenbei können dadurch die vorgehaltenen Daten in beliebige Strukturen übersetzt und die gesetzlichen Vorgaben hinsichtlich INSPIRE und Open-Data erfüllt werden. Die Konzeption dieser Datenstruktur wurde zwischenzeitlich erstellt, so dass das Einspielen bereits erhobener Daten unter Verwendung von ETL-Prozessen erfolgen kann.

Aktuell sind bereits zwei umfangreiche Datenpakete in die DFS integriert und in Cadenza für eine einheitliche Herangehensweise der Datenverarbeitung aufbereitet. Dazu gehören die Daten der Fachbereiche, die sich mit der Luftqualitätsüberwachung befassen, sowie die Gewässerdaten mit dem Messnetz der Grundwassermessstellen. Im weiteren Projektverlauf werden unter anderem Lärmkartierungsdaten, klima- und bodenkundliche Informationen sowie naturschutzfachliche Daten ergänzt. Auch Daten aus der Anlagenüberwachung sollen in den fachlichen Kontext eingebunden werden.

Mit der Geo-Analytics-Plattform Cadenza hat Disy die Möglichkeit, alle eingespielten Daten schnell und einfach für die Anwender im LANUV verfügbar zu machen. Dabei dient Cadenza sowohl als Werkzeug für die Qualitätskontrolle der Daten als auch zur Visualisierung von Korrelationen zwischen den verschiedenen Umweltinformationen. Neben der Reporting-Komponente, mit der die inhaltlichen Informationen ausgewertet und aufbereitet werden, bietet Cadenza auch umfangreiche GIS-Optionen, um die räumlichen Zusammenhänge der NRW-weiten Messnetze aufzuzeigen. Dadurch können leichtgewichtig z. B. die räumliche Ausbreitung gemessener Schadstoffwerte simuliert oder Beziehungen im System der Messnetze aufgezeigt werden.

 

Ebenfalls möglich ist die Recherche von Messstationen und die Auswertung der vorhandenen Daten anhand räumlicher Kriterien mit wenigen Klicks. Durch die Verarbeitung der Daten in Filterformularen werden zusätzlich INSPIRE-konforme Ansichten der LANUV-Daten generiert und für eine Weiterverarbeitung verfügbar gemacht.

 

Im Rahmen einer IT-Konferenz präsentierten alle am Projekt beteiligen Partner den Vertretern der Fachbereiche des LANUV den aktuellen Stand der Arbeiten Anfang April.

 

Das Treffen diente einerseits dem Austausch der Projektpartner untereinander, andererseits gab es den nicht an der Umsetzung beteiligten Fachbereichen Gelegenheit, die eigenen Anforderungen für die weitere Umsetzung des Projektes zu formulieren. „Uns war es sehr wichtig, die Fachbereiche, die zukünftig mit der DFS arbeiten werden, in die laufende Umsetzung mit einzubeziehen“, sagt Hans-Georg Petermöller, der als Fachbereichsleiter für die IT-Strategie und Informationssicherheit die Umsetzung dieses Projektes verantwortet. „Als wichtige Erkenntnis habe ich mitgenommen, dass wir den Fachbereichen zeitnah eine kombinierte Veranstaltung aus Schulung und Workshop anbieten sollten, damit die Mitarbeiter die vielfältigen Verarbeitungsmöglichkeiten von Cadenza kennenlernen und auf dieser Wissensgrundlage ihre konkreten Anforderungen für die nächste Projektphase formulieren können.“