Disy erstellt Lärmkartierung für das Eisenbahn-Bundesamt

Bis Mitte 2017 wird Disy federführend die Lärmkartierung für das Eisenbahn-Bundesamt in einem Konsortium aus drei Partnern koordinieren und erstellen. Das Großprojekt beinhaltet unter anderem die Prüfung und Homogenisierung einer riesigen Datenmenge.

Disy erstellt Lärmkartierung für das Eisenbahn-Bundesamt

„Komplexer geht es kaum“, sagt Disy-Mitarbeiter Markus Beck über das Projekt, für das er aktuell verantwortlich ist. Auftraggeber ist das Eisenbahn-Bundesamt (EBA), das die Aufsicht über 38.000 Kilometer Schienenwege in ganz Deutschland hat, auf denen jährlich über 2 Milliarden Fahrgäste befördert und über 300 Millionen Tonnen Güter transportiert werden. Auftragsgegenstand ist die Kartierung des Lärms, der dabei entsteht. „Die Zahlen zeigen die Dimension des Projekts. Und wir sind stolz, dass wir zum dritten Mal die europaweite Ausschreibung für die Lärmkartierung des EBA gewonnen haben, die die EU-Umgebungslärmrichtlinie verpflichtend vorschreibt.“

Disy hatte bereits bei Vorgängerprojekten beim EBA gezeigt, dass das Unternehmen auch über die nötigen Kompetenzen verfügt, die Gesamtumsetzung der Lärmkartierung innerhalb eines bewährten Teams aus drei Partnern zu erstellen.

Seit November 2015 läuft nun das Großprojekt. Markus Beck zeigt sich äußerst zufrieden und positiv: „Bis jetzt lief alles hervorragend und ich sehe auch für die Zukunft keine großen Stolpersteine. Bis Mitte 2017 werden wir das Projekt erfolgreich abgeschlossen haben.“

Eine besondere Herausforderung liegt dabei in der schier unvorstellbar großen und heterogenen Datenmenge, die verarbeitet werden muss. „Das sind zum einen Daten zur Eisenbahninfrastruktur, wie Gleisanlagen, Gebäude, Schallschutzmauern und Fahrplandaten der Deutschen Bahn, zum anderen aber auch Gelände- und Landschaftsmodelle, Gemeindegrenzen und Einwohnerdaten des Bundesamtes für Kartographie und Geodäsie“, erklärt Markus Beck. Diese Daten stammen nicht nur aus verschiedenen Quellen, sondern liegen auch in unterschiedlichen Formaten und Qualitäten vor. Der erste Schritt war deshalb die Datenprüfung – übernommen wurde das zum größten Teil vom Projektpartner Pöyry, ein Consulting- und Engineering-Unternehmen mit großem Erfahrungsschatz im Bereich Verkehrsinfrastrukturplanung, das Disy bewusst mit ins Boot geholt hat. Tatsächlich hat die Prüfung einiges an Fehlern zu Tage gefördert, die nun behoben werden müssen.

Parallel dazu wird in einem weiteren Schritt eine Datenaufbereitung vorgenommen, die dazu führen soll, dass die Daten in eine homogene, für die Lärmkartierung weiterverarbeitbare Form überführt werden. Im Ergebnis führt dies zu einem Schalltechnischen Modell (StM), das die Basis für die weiteren Berechnungen bildet. „Auch bei der Erstellung des StM gibt es einige konzeptionelle Herausforderungen zu meistern“, sagt Markus Beck. „Ziel ist es hier zum Beispiel, alle Gleise, die von Außenstehenden als zusammengehörig wahrgenommen werden zu einem Verkehrsweg zusammenzufassen – und das über automatisierte Rechenprozesse. Dafür haben wir mit der Disy Spatial Workbench ein Konzept geschaffen, das nun in Zukunft immer angewandt werden kann.“

Die eigentliche Lärmberechnung erfolgt dann auf Grundlage des StM. Dazu stellt Disy die Datenbank mit den homogenisierten Daten zur Verfügung und der zweite Projektpartner – das Ingenieurbüro Soundplan mit einem Schwerpunkt im Bereich Lärmschutz und Hersteller der gleichnamigen Software – übernimmt die Lärmberechnung. Die Ergebnisse in Form von Rasterlärmkarten, Gebäudelärmkarten und diversen Tabellen werden von Disy nochmals aufbereitet und dann an das EBA weitergegeben, das somit zum einen seiner Verpflichtung aus der EU-Umgebungslärmrichtlinie nachkommen kann und zum anderen über eine solide Basis für alle weiteren nötigen Schritte zur Lärmaktionsplanung verfügt.

Weitere Informationen

Richtlinie 2002/49/EG Umgebungslärm
Bundes-Immissionsschutzgesetz (§§ 47a ff. BImSchG)
Informationen zu den Dienstleistungen von Disy