geowam-radarbefliegung-header_neu_01.jpg

Online-Workshop
„Neue Geodaten durch Radarbefliegung“

Viele Küstenbereiche der Nordsee werden durch die Gezeiten beeinflusst, was die Erfassung hochauflösender Geodaten erschwert. Um neue Ansätze für die Erfassung dieser Grundlagendaten zu erproben, wurde das BMVI-Forschungsprojekt GeoWAM initiiert. Inzwischen liegen erste Ergebnisse vor, die das Forscherteam am 17.06.2021 im Online-Workshop „Neue Geodaten durch Radarbefliegung“ präsentiert. Interessieren Sie sich für Methodik, Datenqualität und Nutzen? Dann sind Sie bei diesem Workshop genau richtig!


BMVI-Forschungsprojekt GeoWAM erprobt Radarbefliegung

Digitale Oberflächen- und Geländemodelle (DOM & DGM) werden für den Erhalt und Ausbau der Infrastruktur, wie der Schifffahrtsrinnen im Wattenmeer sowie für wasserbauliche, gewässerkundliche und ökologische Aufgaben, benötigt. Derzeit werden diese Geodaten vor allem mittels Laser-Scan-Befliegungen (Airborne Laserscanning, kurz ALS) erstellt, für deren digitalen Erfassung der trockenfallenden Watt- und Vorlandflächen nur kurze Zeitfenster zur Verfügung stehen.

Abb. 1: Die Dornier Do228 des DLR, mit dem die Radarbefliegungen durchgeführt werden

Abb. 1: Die Dornier Do228 des DLR, mit dem die Radarbefliegungen durchgeführt werden

Im Forschungsprojekt GeoWAM soll deshalb als Alternative die flugzeuggestützte InSAR-Technik, die Radarinterferometrie, erprobt und weiterentwickelt werden. Die Radarinterferometrie zeichnet sich nicht nur durch die Erfassung von größeren Flächen und die geringere Wetterabhängigkeit aus, sondern ermöglicht auch detaillierte Auswertungen mittels künstlicher Intelligenz. Anhand interferometrischer Radardaten können hoch aufgelöste Höhenmodelle erstellt werden, welche die Grundlage für hydrologische Modellierungen oder die Erkennung küstenschutzrelevanter 3D-Strukturen, wie beispielsweise Bruchkanten, bilden. Neben der Generierung von Höhenmodellen ermöglichen die Radardaten die Informationsgewinnung zur Landbedeckung. Mittels KI-gestützter Klassifikationsverfahren lassen sich verschiedene Arten von Landbedeckung oder auch spezifische Objekte wie Muschelbänke identifizieren.

Abb. 2: Pilotregionen des Forschungsprojekts GeoWAM für die Radarbefliegung: Otzumer Balje und Medemrinne

Abb. 2: Pilotregionen des Forschungsprojekts GeoWAM für die Radarbefliegung: Otzumer Balje und Medemrinne

Das Projektkonsortium von GeoWAM wird im Rahmen der Förderrichtlinie Modernitätsfonds („mFUND“) durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) gefördert. Bislang wurden durch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR) drei Radarbefliegungen durchgeführt. Dabei werden Testdaten für die zwei Pilotregionen Otzumer Balje und Medemrinne an der niedersächsischen und schleswig-holsteinischen Küste erhoben und mit vom Karlsruher Institut für Technologie und der Universität Stuttgart entwickelten neuen Algorithmen verarbeitet. Diese Geodaten werden gegenüber im Projekt erhobene Referenzdaten validiert, iterativ in ihrer Qualität beurteilt, verbessert und an konkreten Fragestellungen erprobt. Diese Aufgabe übernehmen die Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) und der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN).

Aber auch potenzielle Anwender sollen ihre Anforderungen aus der Praxissicht einfließen lassen. Wir laden Sie herzlich zum Workshop „Neue Geodaten durch Radarbefliegung“ ein - nicht nur, um unsere Daten zu begutachten, sondern auch, um Ihre Sicht und Erwartungen aus der Praxis mit in die Produktentwicklung einfließen zu lassen.

Inhalt des Workshops „Neue Geodaten durch Radarbefliegung“

Im online-organsierten Workshop „Neue Geodaten durch Radarbefliegung“ am 17.06.2021 wird der Stand der Forschungsergebnisse der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Projektpartner zeigen und diskutieren die gesamte Prozesskette: von der Befliegung über die Datenprozessierung, die Anwendung neuer Auswertungs- und Analysemöglichkeiten bis hin zur Produkterstellung und dem Nutzen für die Anwender dieser Daten.

Inhaltlich geht es im Workshop um die Vorteile und Einsatzmöglichkeiten von Radarbefliegungen, um anwenderbezogene Geodaten an der Küste und im Wattenmeer zu gewinnen. Zu diesen Datenprodukten zählen digitale Oberflächen- und Geländemodelle (DOM & DGM), die Ableitung von Wasser-Land-Grenzen, aber auch weiterführende Auswertungs- und Analysemöglichkeiten aus der aktuellen Forschung, wie etwa Bodenklassifikationen. Auf die Datenqualität wird ebenfalls eingegangen.

Neben den Fachvorträgen bietet der Workshop viel Raum für die Fragen der Teilnehmer, sei es direkt im Chat oder in den eingeplanten Diskussionsrunden. Aus den Diskussionen erhoffen sich die Forscher weitere Impulse, welche noch Einzug in die letzte Projektphase finden können.

Aufgrund der Themenvielfalt ist die Teilnahme am Workshop „Neue Geodaten durch Radarbefliegung“ für Behörden und Forschungsinstitutionen eine Möglichkeit, aktiv an aktuellen Forschungsfragen teilzuhaben. Insbesondere für Teilnehmer, welche für ihre behördlichen und geodätischen Aufgaben im Küstenbereich hoch aufgelöste Gelände- und Oberflächenmodelle und Landnutzungsdaten benötigen, ist unser Workshop ein Gewinn. Die Teilnahme an der Online-Veranstaltung ist kostenfrei.

Nach Ihrer Anmeldung erhalten Sie eine Bestätigungs-E-Mail. Wenige Tage vor dem Workshop senden wir Ihnen den Link zur Teilnahme am Webinar. Haben Sie noch Fragen? Dann schreiben Sie uns an geowam@disy.net.

Vorläufige Agenda des Workshops
„Neue Geodaten durch Radarbefliegung“

Zeit Top
09:00 – 12:30 Begrüßung, Projektvorstellung, Technische Grundlagen, Datenprozessierung, Produktgenerierung und Diskussion
12:30 – 13:30 Mittagspause
13:30 – 15:00 Produktvorstellung, Potenzielle Anwendungen und Nutzen vor Ort, Diskussion, Zusammenfassung und Ausblick
15:00 Ende
Logo BMVI / mFund

Anmeldung zum Workshop „Neue Geodaten durch Radarbefliegung“

Hier finden Sie alle Informationen zur Anmeldung zum Workshop „Neue Geodaten durch Radarbefliegung“ am 17.06.2021.

Bildquelle Titelbild © Bundesanstalt für Wasserbau (BAW)