Datenplattformen gewinnen in den Bundesländern an Bedeutung

Grundlage für datenbasiertes und digital souveränes Verwaltungshandeln

Symbolische Darstellung der digitalen Transformation in der öffentlichen Verwaltung mit vernetzten Daten, Technologien und Analysefunktionen.

In der Verwaltungsdigitalisierung zeichnet sich ein Wandel ab: Bundesländer setzen zunehmend auf Daten- und Analyseplattformen, um Daten über einzelne Fachverfahren und Organisationsgrenzen hinweg nutzbar zu machen. Damit schaffen sie die technische Grundlage für fundierte Entscheidungen, effizientere Prozesse und datenbasiertes Verwaltungshandeln.

Standen in den vergangenen Jahren vor allem einzelne Online-Dienste und Fachverfahren im Mittelpunkt der Verwaltungsdigitalisierung, rückt heute die organisationsübergreifende Nutzung von Daten stärker in den Fokus. Damit wächst auch die Bedeutung gemeinsamer Infrastrukturen, über die Daten bereitgestellt, analysiert und für unterschiedliche Verwaltungsaufgaben nutzbar gemacht werden können.

Datenstrategien brauchen die passende Infrastruktur

Viele Bundesländer haben in den vergangenen Jahren eigene Daten- oder KI-Strategien veröffentlicht. Trotz unterschiedlicher Schwerpunkte verfolgen sie ein gemeinsames Ziel: Daten sollen besser verfügbar gemacht, organisationsübergreifend genutzt und als Grundlage für fundierte Entscheidungen eingesetzt werden. Damit diese Ziele im Verwaltungsalltag Wirkung entfalten können, braucht es jedoch auch die entsprechende technische Infrastruktur.

In der Praxis stehen viele Verwaltungen dabei vor ähnlichen Herausforderungen: Daten liegen verteilt in Fachverfahren, Datenbanken und Dateien und bilden häufig voneinander getrennte Datensilos. Analysen, Berichte und Auswertungen entstehen mit unterschiedlichen Werkzeugen und teilweise hohem manuellem Aufwand. Das erschwert die organisationsübergreifende Datennutzung und führt zu Medienbrüchen, redundanten Prozessen und zusätzlichem Betriebsaufwand.

Von Datensilos zu gemeinsamen Datenplattformen

Damit verschiebt sich der Fokus der Verwaltungsdigitalisierung: von einzelnen Anwendungen und isolierten Datenbeständen hin zu gemeinsam nutzbaren Daten- und Analyseplattformen. Bund, Länder und Kommunen investieren zunehmend in Infrastrukturen, über die Daten aus unterschiedlichen Quellen zusammengeführt, analysiert und Informationen organisationsübergreifend bereitgestellt werden können. Aus einzelnen Digitalisierungsprojekten entstehen so dauerhaft nutzbare Plattformdienste.

Solche Plattformen helfen Verwaltungen dabei

  • Daten aus unterschiedlichen Quellen zusammenzuführen
  • Analysen und Berichte effizienter zu erstellen
  • Informationen einheitlich bereitzustellen
  • behördenübergreifend auf einer gemeinsamen Datengrundlage zu arbeiten 

Gleichzeitig können solche Plattformansätze die digitale Souveränität stärken – etwa wenn Organisationen Wahlfreiheit bei Betrieb und Infrastruktur behalten und Abhängigkeiten von einzelnen Anbietern reduzieren.

Schleswig-Holstein setzt auf eine landesweite Dateninfrastruktur

Dirk Schrödter, Digitalisierungsminister und Chef der Staatskanzlei Schleswig-Holstein, vor grafischen Elementen zur Datenanalyse

Bildrechte: Staatskanzlei Schleswig-Holstein / Disy Informationssysteme

Wie ein solcher Plattformansatz aussehen kann, zeigt Schleswig-Holstein. Mit dem Datenhaus schafft das Land eine zentrale Infrastruktur für datenbasiertes Arbeiten. disy Cadenza ist darin ein Baustein für Analyse, Visualisierung und Informationsbereitstellung und unterstützt dabei, Daten aus unterschiedlichen Kontexten für verschiedene Verwaltungsaufgaben nutzbar zu machen.

Damit entsteht eine gemeinsame Grundlage, auf der unterschiedliche Verwaltungsbereiche Daten analysieren und Informationen bedarfsgerecht bereitstellen können. Die Plattform schafft so die Verbindung zwischen zentraler Dateninfrastruktur und konkreter Datennutzung im Verwaltungsalltag.

„ Die Bereitstellung von disy Cadenza im Datenhaus Schleswig-Holstein ist ein weiterer wichtiger Baustein für datenbasiertes und gleichzeitig digital souveränes Arbeiten in der Verwaltung. ”

Dirk Schrödter, Digitalisierungsminister und Chef der Staatskanzlei des Landes Schleswig-Holstein.

Auch andere Bundesländer stärken ihre Dateninfrastrukturen

Dass Schleswig-Holstein mit diesem Ansatz nicht allein steht, zeigt auch die Digitalstrategie des Landes Thüringen. Dort wird hervorgehoben, dass leistungsfähige Datenstrukturen die Voraussetzung für datenbasierte Entscheidungen bilden. Moderne Technologien entfalten ihren Nutzen erst dann, wenn Daten organisationsübergreifend verfügbar, qualitativ hochwertig und vertrauenswürdig sind, im Sinne des Ansatzes
„Government-as-a-Plattform“.

Damit zeigt sich eine Entwicklung, die auch in anderen Bundesländern an Bedeutung gewinnt. Nicht einzelne Anwendungen stehen im Mittelpunkt, sondern der Aufbau nachhaltiger Dateninfrastrukturen als Grundlage für eine moderne Verwaltungssteuerung.

Wer datenbasiertes Verwaltungshandeln dauerhaft etablieren will, braucht deshalb mehr als einzelne Werkzeuge. Entscheidend sind strategische Rahmenbedingungen und Plattformen, die Daten organisationsübergreifend verfügbar machen und ihre Nutzung im Verwaltungsalltag unterstützen.

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