Location what?!
Wie räumliche Daten vom Expertenthema zum Arbeitswerkzeug werden

Teaserbild - Location what?!

Location Intelligence klingt für viele erst einmal nach Spezialdisziplin. Nach Karten, Koordinaten und Expert:innenwissen. Nach etwas, das irgendwo in der IT oder im GIS-Team angesiedelt ist – fernab vom eigenen Arbeitsalltag. Dieses Bild ist verständlich. Lange Zeit war der Umgang mit räumlichen Daten tatsächlich komplex und stark von Spezialwissen geprägt. Doch das hat sich verändert. Location Intelligence ist heute nicht mehr nur ein Werkzeug für Spezialist:innen. Moderne Self-Service-Ansätze machen räumliche Analysen auch für Fachanwender:innen nutzbar – direkt, verständlich und ohne Umwege. Damit rückt der räumliche Kontext dorthin, wo Entscheidungen getroffen werden.

Ein Blick in die Praxis zeigt schnell: Location Intelligence ist überall. In der öffentlichen Verwaltung etwa, wenn entschieden werden muss,

  • wo neue Kitas entstehen sollen,
  • welche Straßen zuerst saniert werden,
  • wo Hochwasserschutzmaßnahmen dringend nötig sind.


In der freien Wirtschaft, wenn Unternehmen überlegen,

  • welche Standorte sich lohnen,
  • wie Lieferketten stabil bleiben,
  • wo Nachfrage wächst oder schrumpft.


All diese Fragen haben eine räumliche Dimension. Und trotzdem werden sie oft auf Basis von Tabellen, Durchschnittswerten und Berichten entschieden – ohne den Raum wirklich mitzudenken.

Warum Zahlen allein oft nicht ausreichen

Stellen wir uns eine Kommune vor, die steigende Unfallzahlen im Stadtgebiet analysiert. Die Statistik zeigt: Die Zahlen steigen moderat. Kein Grund zur Sorge? Erst der Blick auf die Karte offenbart das eigentliche Problem: Unfälle häufen sich an wenigen, klar abgrenzbaren Kreuzungen. Wer nur aggregierte Zahlen betrachtet, übersieht genau diese Hotspots – und setzt Maßnahmen womöglich an der falschen Stelle um.

Ein ähnliches Bild in der Wirtschaft: Ein Handelsunternehmen sieht stagnierende Umsätze in einer Region. Erst durch den räumlichen Vergleich wird klar, dass einzelne Filialen sehr wohl gut performen – während andere durch neue Verkehrsführungen oder veränderte Einzugsgebiete an Attraktivität verloren haben. Location Intelligence zeigt, wo Unterschiede entstehen, die in klassischen Auswertungen unsichtbar bleiben.

Location Intelligence: Zusammenhänge sichtbar machen

Location Intelligence setzt genau hier an. Sie verbindet Fach- und Unternehmensdaten mit ihrem räumlichen Kontext und macht Muster sichtbar, die sonst verborgen bleiben. Das können ganz unterschiedliche Fragestellungen sein:

  • Wo überschneiden sich Umweltbelastungen und sensible Bevölkerungsgruppen?
  • Welche Gebiete sind besonders anfällig für Ausfälle kritischer Infrastruktur?
  • Wo entstehen neue Marktpotenziale – und wo Risiken?

Der Mehrwert entsteht nicht durch die Karte an sich, sondern durch das Verstehen von Zusammenhängen.

Lange Zeit ein Thema für Spezialist:innen

Traditionell war Location Intelligence eng mit GIS-Systemen verbunden. Leistungsfähig, aber komplex. Wer Analysen wollte, brauchte Spezialwissen – oder musste Anfragen an Expertenteams stellen.

Das hatte Folgen:

  • Erkenntnisse kamen spät
  • Rückfragen waren aufwendig
  • Fachbereiche blieben abhängig

Gerade in dynamischen Situationen – etwa bei Krisenlagen, kurzfristigen Planungsfragen oder Marktveränderungen – war das ein echtes Problem.

Self Service bringt Location dorthin, wo Entscheidungen entstehen

Mit modernen Plattformen wie disy Cadenza hat sich dieses Bild verändert. Self Service Location Intelligence ermöglicht es Fachanwender:innen, selbst mit räumlichen Daten zu arbeiten – ohne GIS-Expert:innen zu sein.

In der Verwaltung bedeutet das zum Beispiel:

  • Ein Umweltreferat analysiert eigenständig Lärmbelastungen und betroffene Wohngebiete.
  • Ein Katastrophenschutz-Team bewertet aktuelle Einsatzlagen in Echtzeit.
  • Planungsabteilungen spielen Szenarien durch, ohne jede Änderung beauftragen zu müssen.


In der freien Wirtschaft heißt das:

  • Vertriebsabteilungen vergleichen Absatzgebiete selbstständig.
  • Logistikteams erkennen Engpässe entlang von Routen.
  • Standortverantwortliche prüfen Einzugsgebiete und Wettbewerbsdichte direkt.

Self Service verkürzt Wege – und verändert die Rolle von Daten grundlegend.

Mehr Eigenständigkeit, bessere Fragen, schnellere Antworten

Ein oft unterschätzter Effekt von Self Service: Die Fragen werden besser. Wer selbst analysiert, kann Hypothesen ausprobieren, Annahmen überprüfen und Perspektiven wechseln. Statt auf den nächsten Bericht zu warten, entstehen Erkenntnisse im Arbeitsprozess.

Das ist besonders wertvoll dort, wo Entscheidungen:

  • erklärungsbedürftig sind,
  • politisch oder wirtschaftlich sensibel sind,
  • regelmäßig überprüft werden müssen.

Karten und räumliche Analysen helfen dabei nicht nur intern, sondern auch in der Kommunikation – etwa gegenüber Gremien, Bürger:innen oder Geschäftspartnern.

Für wen Location Intelligence mit Self Service besonders relevant ist

Der Ansatz ist überall dort hilfreich, wo:

  • Flächen, Netze oder Regionen eine Rolle spielen
  • viele Datenquellen zusammenkommen
  • Entscheidungen transparent und nachvollziehbar sein müssen

Ob Stadtverwaltung, Energieversorger, Industrieunternehmen oder Handelskonzern: Wer räumliche Zusammenhänge nicht berücksichtigt, trifft Entscheidungen auf Basis unvollständiger Informationen.

Fazit: Location ist keine Zusatzinformation – sondern Kontext

Die Frage ist also nicht mehr „Location what?“. Die eigentliche Frage lautet: Warum sollten wir auf den räumlichen Kontext verzichten, wenn er so viel erklärt? Self Service macht Location Intelligence zugänglich. Und zugängliche Erkenntnisse sind die Grundlage für bessere, nachvollziehbarere Entscheidungen – in der Verwaltung wie in der Wirtschaft.

Das könnte Sie auch noch interessieren