People at Disy: Simone Schüssler – Von der Tierarztpraxis zur Leiterin der BU Verbraucherschutz

Warum würde eine Tierärztin in ein Softwareunternehmen wechseln? Simones Antwort ist simpler, als man denkt – und ihre Geschichte zeigt, wie ein Quereinstieg bei Disy mit Mut, Eigeninitiative und lernbereiter Neugier möglich ist.

Teaserbild: People @ Disy - Simone

Simone Schüssler ist eine dieser Personen, deren Lebenslauf auf den ersten Blick Fragen aufwirft. Studium der Tiermedizin, angestellte Tierärztin, später eine eigene Praxis-Dependance – und dann der Wechsel in ein Softwareunternehmen. Heute leitet sie bei Disy die Business Unit Verbraucherschutz. Wie passt das zusammen? Auf den ersten Blick vielleicht weniger, als man denkt. Denn schaut man genauer hin, fügt sich ihr Weg zu einem erstaunlich stimmigen Bild einer Karriere, die nicht geradlinig geplant war, bei der aber viele Stationen rückblickend genau dort zusammenlaufen, wo Simone heute steht. 

Der Traum, der ein bisschen anders wurde, als erwartet

„Tierärztin zu werden war mein Kindheitstraum“, sagt Simone. Nach dem Abi schien dieser Weg zunächst versperrt, weil ihr Abiturschnitt für eine reguläre Zulassung nicht ausreichte. Der Plan: ein Jahr Auszeit und anschließend Wirtschaftsinformatik studieren. Doch dann erhielt sie über das Losverfahren überraschend einen Studienplatz für Tiermedizin und konnte direkt starten.

Im Studium merkte sie schnell, wie viel breiter die Veterinärmedizin ist, als sie es sich zuvor vorgestellt hatte. Neben der klinischen Arbeit mit Klein- und Großtieren gehören auch Themen wie Parasitologie, Bakteriologie sowie Schlachttier- und Lebensmittelhygiene dazu. „Wer wegen seiner Liebe zu Tieren dieses Studium beginnt, muss für manche Themen erst einmal seine Begeisterung finden“, sagt Simone mit einem Augenzwinkern. Dass sie das Gelernte später noch einmal ganz anders brauchen würde, konnte sie damals nicht ahnen.

Nach dem Studium ging es direkt in die tierärztliche Praxis – zuerst in Dortmund, dann im Raum Karlsruhe. 2018 kam schließlich das Angebot, eine Praxis-Dependance zu eröffnen und als Geschäftsführerin zu leiten. Ein Schritt, der sie erstmals stärker in unternehmerische Verantwortung führte.

Die Pandemie und die Frage: Ist das noch, was ich will?

Die Covid-Pandemie wirkte sich dann aber deutlich auf den Praxisalltag aus. Das Gefühl der ständigen Verfügbarkeit und nicht zuletzt die implizite Erwartung der Tierbesitzer:innen, auch nach Feierabend noch Notfälle anzunehmen, haben den ehemaligen Traumjob ein Stück weit trübt. Die Grenze zwischen Arbeit und Alltag verschwamm, und Zweifel kamen auf.

Den Anstoß zur Veränderung gab dann auch die Frage einiger Bekannter, die damals schon bei Disy arbeiteten. Ob sie sich nicht auch mal bei Disy bewerben wolle, hieß es, „nur halb im Spaß", wie sie es formuliert. Sie wäre ja nicht die erste Quereinsteigerin im Unternehmen. Tatsächlich hat sie die Frage ernsthaft ins Grübeln gebracht. Wieso eigentlich nicht Disy?

Der Sprung – ohne weiteres Studium, mit Eigeninitiative

Ohne weitere Kenntnisse in Datenbanken oder ETL-Tools, aber mit großer Lernbereitschaft hat sich Simone dann bei Disy beworben. Sie wäre sogar bereit gewesen, für die neue Aufgabe nochmal zu studieren. Notwendig war das dann aber nicht. Stattdessen hat die Kombination aus Beharrlichkeit, Eigeninitiative, Fortbildungsbereitschaft und keinerlei Berührungsängsten dafür gesorgt, dass sie fast nahtlos in die neuen Aufgaben hineingefunden hat. SQL, Talend und Co. waren bald selbstverständlicher Teil ihres Arbeitsalltags. 

Was sie darüber hinaus mitbrachte, war aber ebenso viel wert: ihr veterinärmedizinisches Fachwissen – von Lebensmittelhygiene und -kontrollen über Tiergesundheit bis hin zur Tierseuchenbekämpfung. Gerade im Bereich Verbraucherschutz schlägt dieses Wissen eine wichtige Brücke zu den Kunden und ihren Anforderungen und ergänzt den Blick auf die technologischen Herausforderungen. Mit ihrem fachlichen Hintergrund kann Simone die richtigen Fragen stellen, Zusammenhänge schnell erfassen und die Kunden dort abholen, wo ihre konkreten Herausforderungen liegen.

Vier Jahre später: Fokus auf strategischer Steuerung statt direktes Projektgeschäft

Heute, vier Jahre nach ihrem Quereinstieg bei Disy, leitet Simone die BU Verbraucherschutz. Das bedeutet, sie hat weniger direkten Kundenkontakt und dafür mehr strategische Arbeit im Hintergrund: Portfolio stabilisieren, Grundlagen für neue Projekte schaffen, das Team führen. In ihrer Rolle bei Disy ist sie sehr glücklich. „Mein Arbeitsalltag ist ziemlich vielfältig.“

Ein absolutes Plus ihrer Arbeit ist zudem – das sagt sie ganz offen – selbstbestimmtes Arbeiten mit flexiblen Zeiten und Homeoffice-Möglichkeit. „In einer Tierarztpraxis ist das gar nicht möglich", sagt sie. Und auch das ist die Realität: „Wenn bei Disy eine Aufgabe erst später erledigt wird, stirbt auch niemand."

Sinn stiftet ihre Arbeit nach wie vor. Nur eben mehr im Hintergrund, indem sie dafür sorgt, dass Behörden ihre Arbeit für den Verbraucherschutz effizienter machen können.

Simones Tipps für Quereinsteiger:innen

Als eine von vielen Quereinsteiger:innen bei Disy will Simone auch anderen Mut machen, einen Branchenwechsel zu wagen, wenn sich ein Tätigkeitsfeld nicht mehr richtig anfühlt. Der Umstieg erfordert jedoch auch viel Selbstinitiative, betont sie, selbst wenn sich die Firma ihrerseits gut vorbereitet. Es ist eben ein Wagnis auf beiden Seiten. Entsprechend ist es für sie wichtig gewesen, ein Gefühl dafür zu entwickeln, was wo gebraucht wird, aber auch viel Selbstreflexion zu betreiben und bereit zu sein, an sich zu arbeiten und sich fortzubilden.

„Falls es doch nicht passen sollte, ist aber ebenso hilfreich, dass man einen Escape-Plan in der Tasche hat, zum Beispiel notfalls in den alten Beruf zurückzukehren. Hat man so etwas, ist es einfacher, sich wirklich offen und ehrlich zu begegnen und authentisch zu bleiben.“ 

Bei ihr und Disy hat diese Begegnung jedenfalls hervorragend geklappt.