DatenKULTur umsetzen
Wie Organisationen datenorientiertes Arbeiten im Alltag verankern
Datenkultur zeigt sich nicht nur darin, ob Mitarbeitende Daten verstehen, sondern auch darin, ob sie dieses Wissen im Alltag anwenden können. Dafür müssen Organisationen datenorientiertes Arbeiten in Prozesse, Entscheidungen und Zusammenarbeit integrieren. Sie brauchen passende Strukturen, klare Abläufe und geeignete Werkzeuge, die die praktische Datennutzung erleichtern.
Datenkompetenz, die erste Säule des KULT-Frameworks, bildet dafür eine wichtige Grundlage. Sie entfaltet ihren Wert jedoch erst in der Anwendung. Genau hier setzt die zweite Säule an: Umsetzung ermöglichen. Das bedeutet, organisatorische und technische Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass aus konkreten datenbezogenen Bedarfen dauerhaft nutzbare, integrierte und weiterentwickelbare Lösungen und Arbeitsweisen entstehen.
Warum Datenkultur weit mehr ist als Technologie und Prozesse, zeigt der Auftaktbeitrag unserer Serie. Dort wird deutlich, wie Haltung, Strukturen und gemeinsame Leitlinien den Rahmen für datenorientiertes Arbeiten schaffen. Das KULT-Framework von Disy betrachtet Datenkultur ganzheitlich: Die vier Säulen Kompetenz, Umsetzung, Leadership und Transparenz greifen ineinander. Im ersten Beitrag der Reihe erfahren Sie mehr über die Säule Kompetenz.
Kompetenz entwickeln
Umsetzung ermöglichen
Leadership stärken
Transparenz schaffen
Viele Organisationen investieren bereits in Qualifizierung und Technologie. Trotzdem werden Daten und Analysefunktionen oft nicht konsequent genutzt oder Dashboards nur sporadisch aufgerufen. Häufig fehlen die Rahmenbedingungen für die praktische Anwendung.
Datenkultur entsteht deshalb erst dann, wenn Organisationen aktiv dafür sorgen, dass datenbasiertes Arbeiten ein selbstverständlicher Bestandteil von Prozessen, Entscheidungen und Zusammenarbeit wird. Dabei geht es nicht allein darum, Daten verfügbar zu machen oder eine Analyseplattform einzuführen. Entscheidend ist, aus konkreten fachlichen Anforderungen Lösungen zu entwickeln, die heute funktionieren, morgen wiederverwendbar sind und mit neuen Anforderungen wachsen können.
Von konkreten Bedarfen zu tragfähigen Lösungen
Umsetzung beginnt nicht bei der Technologie, sondern bei einem konkreten fachlichen Problem, einem Prozess oder einer Entscheidung. Je klarer der Bedarf oder die Anforderung beschrieben ist, desto gezielter lassen sich passende Daten, Kompetenzen, Strukturen und Werkzeuge zu einem Lösungsansatz verbinden.
Typische Fragen sind dabei:
- Welches Problem soll gelöst oder welcher Prozess verbessert werden?
- Welche Entscheidung soll durch Daten unterstützt werden?
- Welche Daten und Informationen werden dafür benötigt?
- Wer muss an der Entwicklung und Nutzung beteiligt sein?
- Wie lässt sich die Lösung in bestehende Abläufe integrieren und später weiterentwickeln?
- Lassen sich mit dem Lösungsansatz weitere / verwandte Fragestellungen erschließen?
Auf dieser Grundlage entstehen Lösungen, die über einen einzelnen Anwendungsfall hinaus nutzbar sind. So lassen sich neue Insellösungen und parallele Datenwelten vermeiden.
Technische und organisatorische Voraussetzungen schaffen
Eine erfolgreiche Umsetzung braucht technische und organisatorische Strukturen, die zur vorhandenen Systemlandschaft passen. Datenquellen, Datenhaltung, Aufbereitung, Analyse, Rollen und Betrieb müssen zusammengedacht werden. Dazu gehören klar strukturierte Datenplattformen, konsistente Datenmodelle und Werkzeuge, die unterschiedliche Nutzergruppen unterstützen.
Auch Verantwortlichkeiten, Berechtigungen, Qualitätsanforderungen und Support sollten frühzeitig geklärt werden. So bleibt eine Lösung beherrschbar, wenn weitere Datenquellen, Anwendende oder Anwendungsfälle hinzukommen.
Geeignete Werkzeuge können diese Voraussetzungen unterstützen. Moderne Analyseplattformen wie disy Cadenza verbinden Datenintegration, Analyse, Visualisierung und Reporting in einer gemeinsamen Umgebung. Dadurch können sowohl technische Expert:innen als auch Fachanwender:innen auf Daten zugreifen, Analysen durchführen und Ergebnisse nachvollziehbar darstellen.
Das erleichtert die Zusammenarbeit und reduziert die Abhängigkeit von einzelnen Personen oder Abteilungen. Fachbereiche können Daten eigenständiger nutzen, während technische und organisatorische Vorgaben berücksichtigt werden.
disy Cadenza unterstützt Organisationen dabei, zentrale Prinzipien der Umsetzung praktisch anzuwenden. Die Plattform schafft eine gemeinsame Grundlage, um fachliche Anforderungen, organisatorische Rahmenbedingungen und technische Möglichkeiten zusammenzuführen. So können Daten zentral bereitgestellt, Analysen zugänglich gemacht und Lösungen für unterschiedliche Zielgruppen nutzbar gestaltet werden.
Technologie allein löst das Problem jedoch nicht. Systeme müssen zu den tatsächlichen Arbeitsabläufen passen. Datenangebote sollten verständlich, zugänglich und verlässlich sein, damit sie im Alltag angenommen und regelmäßig genutzt werden.
Integration und Wiederverwendung ermöglichen
Neue Lösungen sollten nicht als isolierte Einzelvorhaben entstehen. Gemeinsame Daten, Schnittstellen, Plattformen, Standards und wiederverwendbare Bausteine helfen dabei, Lösungen miteinander zu verbinden und auf weitere Anwendungsfälle zu übertragen.
Nicht jeder Fachbereich sollte Fragen zu Datenintegration, Berechtigungen, Betrieb oder Visualisierung immer wieder neu lösen müssen. Übergreifende Best Practices und Standards schaffen Orientierung und reduzieren den Aufwand bei zukünftigen Vorhaben. So kann eine Organisation ihre Datenstrukturen gezielt weiterentwickeln, ohne mit jeder neuen Anforderung zusätzliche Komplexität aufzubauen.
Daten in Prozesse integrieren
Daten entfalten ihren Wert besonders dann, wenn sie direkt in Arbeitsprozesse eingebunden sind. Statt isolierter Analysen entstehen so datenbasierte Routinen im Arbeitsalltag.
Datenarbeit in bestehende Routinen und Prozesse zu integrieren, bedeutet beispielsweise:
- regelmäßige datenbasierte Lage- oder Statusbewertungen
- operative Dashboards zur Steuerung von Aufgaben und Projekten
- datenbasierte Entscheidungsgrundlagen für Managementrunden
- Monitoring- und Frühwarnsysteme für zentrale Kennzahlen
- regelmäßige Auswertungen zur Bewertung und Verbesserung von Prozessen
Damit Datenarbeit dauerhaft wirksam wird, sollte bereits bei der ersten Umsetzung mitgedacht werden, wer die Lösungen pflegt, wie sie angepasst und für weitere Aufgaben genutzt werden können.
Zusammenarbeit und Austausch fördern
Umsetzung ist eine gemeinsame Aufgabe. Fachbereiche, IT, Datenexpert:innen und Verantwortliche für Governance sollten frühzeitig zusammenarbeiten. So fließen fachliche Anforderungen, technische Möglichkeiten und organisatorische Rahmenbedingungen zusammen.
Austauschformate, Communities und interdisziplinäre Arbeitsgruppen helfen dabei, Erfahrungen zu teilen, neue Anwendungsfälle zu entwickeln und Lösungen weiterzuentwickeln.
Plattformen wie disy Cadenza können diesen Austausch unterstützen, indem Analyseergebnisse über Dashboards, Berichte und kollaborative Funktionen zugänglich gemacht werden. So entsteht eine gemeinsame Grundlage für datenbasierte Diskussionen und Entscheidungen.
Vom Pilot zum Alltag
Ein schrittweises Vorgehen hilft, konkrete Anwendungsfälle zu erproben und gleichzeitig die spätere Verstetigung mitzudenken. Ein Pilot sollte deshalb nicht als isoliertes Experiment verstanden werden. Bereits zu Beginn sollte geklärt werden:
- Wer übernimmt die Verantwortung für Betrieb und Weiterentwicklung?
- Welche bestehenden Strukturen, Standards und Lösungen können genutzt werden?
- Wie lässt sich die Lösung in den Regelbetrieb überführen?
- Wie kann der Anwendungsfall auf weitere Bereiche übertragen werden?
Technologie und Architektur sollten zur Organisation, ihren Kompetenzen und ihrem Betriebsmodell passen. Gemeinsame Standards und wiederverwendbare Bausteine schaffen Verlässlichkeit. Gleichzeitig müssen Lösungen mit neuen Anforderungen und Use Cases wachsen können.
Mit jedem erfolgreichen Anwendungsfall wächst die Akzeptanz für datenbasiertes Arbeiten und die Datenkultur entwickelt sich organisch weiter. Gleichzeitig sammelt die Organisation Erfahrungen, die sich auf weitere Bereiche übertragen lassen. So entsteht schrittweise eine Umsetzungspraxis, die nicht nur einzelne Projekte ermöglicht, sondern dauerhaft nutzbare und skalierbare Lösungen hervorbringt.
Woran erfolgreiche Umsetzung erkennbar ist
Erfolgreiche Umsetzung zeigt sich nicht daran, dass ein Dashboard erstellt oder eine Plattform eingeführt wurde. Entscheidend ist, ob sich Arbeitsweisen und Entscheidungen tatsächlich verbessern.
Mögliche Anzeichen für eine wirksame Umsetzung sind:
- Relevante Daten und Fakten stehen für Entscheidungen schneller zur Verfügung.
- Entscheidungsgrundlagen sind nachvollziehbar und durch Daten gestützt.
- Manuelle Prozessschritte und doppelte Datenerfassungen entfallen.
- Auswertungen werden regelmäßig genutzt und in Besprechungen einbezogen.
- Fachbereiche können Analysen eigenständiger durchführen.
- Erfolgreiche Lösungen lassen sich auf weitere Anwendungsfälle übertragen.
- Verantwortlichkeiten für Betrieb, Qualität und Weiterentwicklung sind geklärt.
So wird sichtbar, ob aus einer einzelnen Maßnahme eine dauerhaft nutzbare Arbeitsweise entstanden ist.
Umsetzung gezielt vorbereiten
Erste Schritte können Teams selbstständig planen, indem sie einen Prozess betrachten, relevante Datenquellen zusammentragen oder einen konkreten Anwendungsfall priorisieren.
Dabei unterstützt das Playbook Datenkultur. Es bietet praktische Orientierung, macht Datenkultur im Arbeitsalltag greifbar und hilft Teams dabei, erste Maßnahmen eigenständig anzustoßen.
Als Enablement- und Diagnoseinstrument unterstützt das Playbook außerdem dabei, den eigenen Status quo einzuordnen und Grenzen der Selbsthilfe zu erkennen.
Das ist besonders dann relevant, wenn strukturelle, kulturelle oder organisationale Fragen im Vordergrund stehen. Beispielsweise, wenn mehrere Bereiche beteiligt sind, Verantwortlichkeiten unklar bleiben oder unterschiedliche Vorstellungen über die Datennutzung aufeinandertreffen. In solchen Situationen reichen einzelne Maßnahmen oder ein neues Tool meist nicht aus.
Dann braucht es gemeinsame Reflexion, Moderation und Abstimmung. Ein KULT-Workshop schafft dafür den passenden Rahmen. Die Beteiligten analysieren ihre Ausgangssituation, identifizieren zentrale Handlungsfelder und entwickeln konkrete Maßnahmen für die eigene Organisation.
Umsetzung als Schlüssel zur gelebten Datenkultur
Die Säule Umsetzung ermöglichen macht deutlich: Datenkultur entsteht nicht allein durch Kompetenzaufbau oder technologische Investitionen. Sie entsteht, wenn Organisationen aus konkreten fachlichen Bedarfen Lösungen entwickeln, diese in bestehende Abläufe integrieren und dauerhaft weiterentwickeln.
Im KULT-Framework verbindet Umsetzung deshalb Kompetenz, Leadership und Transparenz. Im Mittelpunkt steht nicht die Einführung eines einzelnen Tools, sondern die Fähigkeit einer Organisation, datenorientiertes Arbeiten wirksam und nachhaltig zu verankern.
Im nächsten Beitrag der Serie widmen wir uns der dritten Säule des KULT-Frameworks: Leadership. Dabei zeigen wir, welche Rolle Führung für den nachhaltigen Aufbau einer Datenkultur spielt.
Den nächsten Schritt gehen
Sie möchten datenorientiertes Arbeiten in Ihrer Organisation stärker im Alltag verankern? Das Playbook Datenkultur unterstützt Sie dabei, den eigenen Status quo einzuordnen und erste Handlungsfelder sowie konkrete Maßnahmen abzuleiten.
Wenn Sie Ihre Datenkultur gemeinsam mit Beteiligten aus Fachbereichen, IT und Steuerung weiterentwickeln möchten, begleiten wir Sie gerne mit einem KULT-Workshop. Dabei betrachten wir Ihre Ausgangssituation, schaffen ein gemeinsames Verständnis und entwickeln einen praxisnahen Weg für die nächsten Schritte.
Sprechen Sie uns einfach an. Unsere Kollegin Sandra Schrauth begleitet Sie gerne auf dem Weg zu einer nachhaltigen Datenkultur.